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LCone mit “Aaaschiss” im 3FACH

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041-Rapper LCone aka Primakova Papi aka Livio Carlin veröffentlicht heute sein Solo-Debut-Album “Aaaschiss”. Ein Album das dem 23-jährigen aus dem Herzen geschnitten scheint und vor allem durch seine Authentizität und Offenheit überrascht.

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3FACH wurde vor etwas mehr als fünf Jahren ein erstes Mal auf den damals 18-Jährigen aufmerksam. LCone veröffentlichte seinen ersten Track “Chom Baby” – der Beat wurde genretypisch aus dem Internet gesaugt (Slow Magic – On Yr Side). Darauf auch zu hören: Charlie Chapplin’s Plädoyer für Liebe und Toleranz aus “The Great Dictator”. “Ziemlich beeindruckend deep” und “textlich ist LCone vielen anderen Luzerner Rapper weit voraus” befand die 3FACH-Musikredaktion damals und spielte den Titel in Heavy Rotation – die Kick Ass Award Nomination gab es obendrauf.

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Seit damals ist viel passiert im Leben des jungen Rothenburgers, der musiktechnisch irgendwie immer an der überraschenden Genialität seines Erstlings “Chom Baby” gemessen wurde. Die 041-Rapszene hat sich so auch nicht unbedingt über ihn definiert, zumindest release-technisch nicht. Rap-Kollegen wie Mimiks oder Marash & Dave überholten LCone mit zahlreichen Veröffentlichungen und Label-Verträgen. “Wenn chond ändlich dis Album” wurde zum Running-Gag, den LCone selbstironisch – ein Markenzeichen von Carlin – auch in eigene Lyrics einarbeitete.

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Dass LCone Talent eine Masse besitzt, ist in der Szene jedoch schon lange unbestritten. Rap- und Lyriktechnisch überzeugen konnte sich diese an Biz-Treffen wie dem Bonker Inferno oder dem Virus Bounce Cyper. Daraus resultierten auch zahlreiche Featurings auf Alben von ebendiesen 041-Kollegen; Mimiks, Marash & Dave, Emm., etc. und schliesslich 2015 auch das vom Berner Produzenten SAD initiierte Kollabo-Album “Inoue” zusammen mit dem Churer Rapper Ali.

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Doch das Solo-Album blieb weiterhin vermisst und eine schwarze Wolke, die über Carlin’s Kopf zu schweben schien. LCone tat sich schwer mit dem Solo-Erstling, hatte Karriere, Matura, Moneyjob, Radiojob (Reimstunde auf 3FACH) und nicht zuletzt Familie und Beziehung unter einen Hut zu bringen. Genau davon handelt nun “Aaaschiss” inhaltlich. Von einem generellen Problem der Generation Y bis Z: sich nicht festlegen zu wollen, können, überbeschäftigt zu sein etc. Ein Phänomen das Carlin aber unglaublich präzise und persönlich beschreibt und vor allem sehr offen, wie er auch bei uns im Interview erklärt:

Diese Offenheit und Authentizität zeichnet LCone und “Aaaschiss” aus. Denn es ist ihm eben nicht alles “Scheissegal” (Titelnr. 01) sondern beschäftigt ihn stark, wie der Titel “Y” (und hört man sich den Text zu «Bäumli» (Titelnr. 06) genau an auch dieser) beweist, der einer verflossenen Beziehung gewidmet wurde. Auch ob all dem “Ratatata”-Party-Sauf-Gedöns (Titelnr. 12) – einer von mehreren Tracks die innerhalb von wenigen Stunden entstanden – oder leicht pubertär daherkommenden “Pussy”-Geschwafel (Titelnr. 08), kann eine oder ein aufmerksame/r HörerIn unglaublich viel Generation und Livio heraushören. Das macht das Album spannend und zeigt: LCone hat eben nicht “nüd glehrt” (Titelnr. 05), er verarbeitet stetig.

Flow- und raptechnisch kann LCone weiterhin auf sein Talent setzen (insbesondere auf Wasser herauszuhören, Titelnr. 03), die Beats auf “Aaaschiss” liefern die Produzenten Chekaa, Shocktraderz und The Rookiez – grundsolide. Dazu gibt’s zeitgemäss viel Autotune. Das Album lässt sich so einerseits als leichtes, abwechslungsreiches Pop-Rap Album hören oder als autobiografische Werkschau – beides macht Freude und entlockt einen bei Lines wie “041 das esch meh also nor vier Buechstabe, oder drü Zahle ech wär gschider no id Schuel gange…” (Weiss nooo, Titelnr. 09) ein ungewolltes Schmunzeln. Livio hat es geschafft – chapeau, ein starkes Debut.

Heute Abend um 18:00 findet im Doodah Luzern ein kleines Showcase zum Album-Release statt, ausserdem kann das neue Album vor Ort erstanden werden.

Am Freitag in einer Woche, 04.05.18, findet im Treibhaus Luzern die Albumtaufe von “Aaaschiss” statt.

(Interview: Irina Studhalter, Bilder/Text: Samuel Konrad)

 


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