Groove Infection

Hollie Cook - Happy Hour

Sie ist 1987 in West London geboren und hat auch von da aus ihre Musikkarriere gestartet. Sie war für eine lange Zeit Keyboarderin und Sängerin für die feministische Punkband "The Slits" (die Schlitze). Hollie ist väterlicherseits englischer und mütterlicherseits westindischer Abstammung.

Fuck the Genres!

Punkeinflüsse kamen ihr durch eine genetische Veranlagung zu. Ihr Vater ist Paul Cook, er ist der Schlagzeuger von der Band "Sex Pistols". The Slits hat sich dann aber nach einigen Jahren aufgelöst und seit 2010 macht Hollie Cook als Solokünstlerin weiter. Sie arbeitet oft und eng mit dem Songwriter und Produzenten Prince Fatty zusammen.

Sie selbst behauptet, sie sei beeinflusst durch Rocksteady- und Reggaesängerinnen wie Janet Kay oder Phyllis Dillon, sie sei aber keine Reggaesängerin. Im direkten Vergleich mit beispielsweise Phyllis, wird definitiv klar, was sie meint. Jedoch sind die Beats so typisch Modern Reggae, sodass ich sie in meinem Kopf schon im Reggaeecken schubladisiert und abgespeichert habe.


Happy Hour


Ihr viertes Album Happy Hour beginnt mit dem Titelstück, in dem Cook die Rolle einer Frau singt, die mit einem leeren Glas in einer Bar sitzt. Sie wartet auf einen Liebhaber, dessen Verspätung ihr das Gefühl gibt, hilflos in der Beziehung gefangen zu sein. Ihre Stimme ist sanft, aber klagend, ein melodiöses Gegenstück zu dem dichten Netz von Rhythmen. Das Ergebnis ist eine geschickte Erzählung mit einem sicheren Gespür für Timing und einer ansprechenden, rätselhaften emotionalen Dynamik.

Atmosphärische Streicher im Trennungslied "Moving On" erinnern an den orchestrierten Einfluss des Philly Soul auf den Lovers Rock. In "Unkind Love" werden Cooks klare Töne gegen die drückenden tiefen Frequenzen eines Bläserensembles gesetzt. Der Kontrast veranschaulicht die Aussage einer obsessiven Liebesaffäre, die aber auch berauschend und überwältigend ist.

"Kush Kween" ist eine luftige Anspielung an Marihuana mit einem Gastauftritt der jamaikanischen Sängerin Jah9. Ihre Nachwirkungen scheinen "Love in the Dark" zu durchdringen, ein sinnlicher Track mit psychedelischen Dub-Reggae-Effekten. Die verschiedenen Stimmungen des Albums entsprechen dem ursprünglichen Geist des Lovers Rock. Mit Happy Hour beweist Cook, dass sie eine würdige Sängerin der Zukunft ist.

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