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Nichts mit Alphorn! Schweizer Rock in den 60ern

24.05.2015

Wer dachte die Schweiz hätte rund um die 60er-Jahre nur friedlich vor sich hin gejodelt und Alphorn geblasen, während dem die restliche Welt von der Beat Szene überrannt wurde, der hat falsch gedacht. Auch junge schweizer Musiker haben die konservativen Hansjöggelis aufescheucht und ordendlich Lärm gemacht.

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Allen voran die fünf Herren von The Red Dynamites aus Basel. Seit 1959 liessen sie sich von vollen Konzerthäusern bejubeln und machten aus Kleinbasel ein regelrechtes Brennpunkt der schweizer Beat Szene und inspirierten viele weiter Musiker. Darunter auch The Sevens. Als erste schweizer Beat-Band nahmen sie eine komplette Platte auf. Damals einige wenige Franken wert, wird eine Platte vom Debüt mittlerweilen für bis zu 3000 Franken verkauft.

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Und obwohl The Sevens mit ihrem Pop und Instrumental doch relativ wild unterwegs waren, sind sie nichts zu der experimentellen Musik der zürcher Band Krokodil. Mit ihrem ganz eigenen Psychedelic widersetzten sie sich dem Rock der restlichen Schweizer und hatten damit vor allem auch in Westdeutschland grossen Erfolg.

Nicht nur nach Deutschland, sondern bis nach England schafften es die fünf Musiker hinter der Band The Countdowns. Sie angelten sich 1967 einen Plattenvertrag und flogen nach London, um einige Songs einzuspielen. Als erste schweizer Beat Band durften sie also über den Ärmelkanal, um ihre Musik zu verbreiten. Eine regelrechte Sensation, die bei ihrer Rückkehr auch von hunderten Fans bejubelt wurde.

Die schweizer Musik der Jungen in den 60ern also nichts mit Jasskarten-Balladen und Alphorn-Gebläse. Eine ordendliche Beat Szene mit vielen Bands, die sich heute im internationalen Kontext nicht zu verstecken brauchen!

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