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Phil Spector: Zwischen Genie und Wahnsinn

Wir haben uns den Tod des amerikanischen Musikproduzenten Phil Spector zum Anlass genommen, einen kritischen Blick auf sein künstlerisches Schaffen sowie sein Privatleben zu werfen. Seinen ersten Hit «To Know Him Is To Love Him» landete Phil Spector 1958 als Gitarrist der «Teddy Bears». Eine kurzlebige Band, die aus ihm und zwei Schulfreunden bestand.




Nach ersten Erfahrungen als Produzent gründete er 1961 das Musiklabel Phillies Records, unter dem er praktisch volle kreative Freiheit genoss. Mit Künstlern wie den «Ronettes» oder den «Crystals» produzierte Spector einige der erfolgreichsten und einflussreichsten Songs der 60er.




Mit der «Wall of Sound» entwickelte Spector eine eigene Produktionstechnik, die geprägt von einer hohen Sounddichte war. Diese wurde unter anderem durch das Einsetzen von Hallräumen und einer Überorchestrierung, erreicht.




Obwohl Phil Spectors Blütezeit zweifelsfrei in den 60ern lag, war seine spätere Karriere geprägt von einigen spannenden Kollaborationen. So beendete er 1970 die Produktionsarbeit des letzten Albums der Beatles und arbeitete anschliessend an den Solo-Alben von George Harrison und John Lennon.




Obwohl Spector als Revolutionär der Pop-Musik galt, war er alles andere als ein perfekter Mensch. So hatte er bei Studio-Sessions oft eine Knarre dabei, um seine Produktionsentscheide immer durchsetzen zu können. Auch berichtete seine Ex-Frau Ronnie Spector (Leadsängerin der Ronettes) während der Ehe ständiger physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein. So mag es wohl nicht verwundern, dass der Star-Produzent seine letzten Lebensjahre wegen Mordes an der Schauspielerin Lara Clarkson hinter Gitter verbringen musste. Er starb am 16. Januar 2021 im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung.


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