Krass Politic

Ein kurzer Einblick in die Schweizer Kolonialgeschichte

Die Schweiz hatte keine Kolonien. Entsprechend gerne sehen wir uns als neutrale Nation in der Tradition der Humanität. Doch das mit dem Kolonialismus ist nicht so einfach...

Um den Schweizer Verstrickungen in die Kolonialgeschichte zu begegnen, muss mensch nicht weit reisen. Auf der Luzerner Allmend fand die sogenannte "Menschenschau" statt, erzählt uns Gina Dellagiacoma, vom Verein Luzern Postkolonial. Ab den 1920er Jahren bis in die 1960er Jahre tourte der Zirkus Knie durch die Schweiz und präsentierte zwischen Tiergehegen auch Menschen. Diese ausbeutende und abschätzige Praxis veranschaulicht, wie tief das "wir" und "die anderen" in die Köpfe der Schweizer*innen eingekerbt wurde.

Doch die koloniale Vergangenheit der Schweiz ist nicht nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen ersichtlich. Gehandelt und gewirtschaftet hat die Schweiz um die ganze Welt. Und so wurde die Macht und das ausbeutende Verhalten anderer kolonisierenden Nationen ausgenutzt, um Geld zu verdienen. Sei das mit Plantagen, Handel, Sklav*innenhandel und Beziehungsgeflechten.

Die koloniale Vergangenheit der Schweiz ist kaum vollständig aufzuarbeiten und vieles liegt tief verborgen. Ein Verein aus Luzern, welcher zu graben begann ist Luzern Postkolonial. In der Audiodatei unten erzählt die Gina Dellagiacoma mehr über die "Menschenschau" und den Aufarbeitungsprozess und du erfährst, wie die Gründung der Credit Suisse mit kolonialen Praktiken verknüpft ist.


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