Les Couleurs Musicales

Lost Tapes of Somali | Female Power

01.07.2017

Das Les Couleurs Musicales steht ebenfalls im Zeichen der Pussy Power Week. Female music only. Dabei wird unter anderem eine Musik-Szene beleuchtet, in welcher die Frau eine ungeahnte Stellung einnahm. Noch in den 50er Jahren wurde die Rolle der Frau in somalischen Theaterstücken von Männern besetzt. Nicht viel später durften aber auch Frauen in Theater mitspielen und Musik produzieren. Die oft klagenden, schmerzerfüllten und bittersüssen Stimmen der Frauen sorgten für Begeisterung und etwas später waren die Frauen nicht mehr aus Somalias Musik-Szene wegzudenken. Es war eine Art natürlichler Feldzug, in welchem sich die Stimmen der Frauen an die Macht hievten. In den 70er und 80er blühte Somalias Musik auf. Gespielt wurden die Musik von lokalen Radiostationen. Musiklabels gab es kaum. So wurde die Musik meist in den Radiostationen aufgenommen oder live eingespielt. Die Qualität der Aufnahmen liess dementsprechend zu wünschen übrig. Dennoch überlebten unzählige Tapes den darauffolgenden Bürgerkrieg, dessen Auswirkungen bis heute anhalten. So kam es, dass sich Vik Sohonie, Betreiber des Labels Ostinato Records, sowie Nicolas Sheikholeslami auf die Spuren von Somalias Musikperlen machten. Nach langwieriger Arbeit hatten sie Zugang zu rund 10'000 Tapes, welche in Archiven lagerten. Ein unscheinbare Menge an Musikschätzen. Ein kleiner Auszug daraus erscheint im August 2017 auf einer Compilation des Labels Ostinato Records. Ein grosser Teil der 15 Tracks stammt von Frauen. Das Les Couleurs Musicales gewährt Einblick in den weiblichen Part der Compilation.

Aber natürlich richten wir den Blick auch in die Gegenwart. So gibt es Musik vom kenyanischen Label EA Wave, welches immer wieder spannende Kollaborationen mit Frauen an den Tag bringt.

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Ebenfalls hören wir in die neuste Platte von Mina. Die Britin lässt viele Einflüsse von Dancehall und Afrobeat in ihre housigen UK-Funky-Produktionen einfliessen. Ihre Musik ist ein Mix diverser Musik-Kulturen, wie sie letztens auf dem portugiesischen Label Enchufada unter Beweis stellte. Und wenn wir schon in Portugal sind, hören wir uns auch in die brandneue Platte von Principe Records. Nídia (ehem. Nídia Minaj) veröffentlichte am 30. Juni ihr erstes Album, welches perfekt in die Linie des Lisbon-Ghetto-Sound-Label passt.

Hier geht's zum Podcast:

 

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