Pamir

Der Teufel in der Musik - oder auch Gott

Der Teufel in der Musik - so wird das grosse Metal-Genre schon seit eh und je propagiert. Alle Metalbands schreien immerhin von Teufelsanbetungen, Höllenfahrten und Opferungen von Tieren, oder?

Wirklich satanistisch sind tatsächlich wenige Metalbands - aber woher kommt dann das Stigma? Darüber haben wir im dieswöchigen Halloweenspecial im Pamir gesprochen; natürlich gibt es aber auch eine gute Dosis von (satanistischer und christlicher) Musik für dich.

Metal als Vessel der Angst

Angefangen hat diese Angst vor Satanismus in der Musik in den 1980ern, wobei diese dort auch in andere Sparten des alltäglichen Lebens einfloss. Die Angst vor dem Teufel, die Hoffnung selbst in den Himmel zu kommen und natürlich die rebellische Natur des Metal-Genres zu unterdrücken.

Pioniere hier sind - wie in so vielen Gebieten des Metals - Black Sabbath. Nicht nur handelte ihre Musik vom Teufel, sie instrumentalisierten auch den guten alten Tritonus, oder den diabolus in musica - den Teufel in der Musik. So klingt das Ganze:

Quelle: splice.com

Schlussendlich ist dieser Tritonus aber nichts anderes als das: Ein Stilelement in der Musik, welches spooky und schief klingt. Den Teufel beschwörst du damit also nicht auf :(

Vielleicht eher, wenn du mal bei einer Show der Band Coven warst. Die Ende der 60er Jahre gegründete Psychedelic-Rock-Band war nicht nur satanistisch angehaucht, sondern eher angespuckt. Nicht nur fesselten sie einen Roadie während der Shows an ein Kreuz und rezitierten Aleister Crowley, einen berühmten britischen Okkultisten, das erste Album enthält auch ein "Lied", welches wahrscheinlich erste Aufnahmen einer satanischen Messe enthält. Nach Boykottierung durch Medien löste sich die Band in den 70er Jahren schnell wieder auf. 

Ebenfalls mit medialem Gegenwind kämpfen musste Iron Maiden. Auch wenn ihr 1982 erschienenes Album "The Number of the Beast" die Band zum Durchbruch verhalf, bildete sich vor allem in den USA Widerstand. Dort gab es sogar organisierte Verbrennungen der CDs oder Protestaktionen während ihrer USA-Tour. Gründungsmitglied Steve Harris distanzierte sich jedoch von diesen satanistischen Vorwürfen: "It was mad. They completely got the wrong end of the stick. They obviously hadn't read the lyrics. They just wanted to believe all that rubbish about us being Satanists."

Dass Metal-Bands Satanismus als Stilmittel in ihre Musik integrieren, ist nichts Neues oder Aussergewöhnliches. Wenige Bands sagen aber von sich, dass sie explizit den Teufel vergöttern, was zum nächsten Punkt hinführt: Wenn wir Bands suchen, die sich dem Christentum zuordnen und das auch in ihrer Musik ausleben, werden wir viel schneller fündig.

Hier gibt es beispielsweise die Band Stryper, die an ihren Liveshows stets Bibeln im Publikum verteilen. Eine grosse Welle schlug auch Horde, die als erste "Unblack Metal Band" gelten - mit ihrer bestimmten Gegenbewegung zum Black Metal ergatterten sie Mengen an negativen Reaktionen von extremeren Metal Fans. Das ging so weit, dass ihr Label Nuclear Blast Todesdrohungen per Briefpost zugeschickt bekamen - das Album "Hellig Usvart" solle sofort vom Markt genommen werden. Dieses Album war ihr erstes und auch letztes Release.

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