Sprechstunde

Buchtipp: "Aus der Dunkelheit strahlendes Licht" - Eine Entzauberung

03.01.2020

Als David Livingstone 1873 im heutigen Sambia verstarb, war er in seiner Heimat ein gefeierter Entdecker und Missionar. Der neue Roman "Aus der Dunkelheit strahlendes Licht" setzt bei Livingstones Tod ein und rückt seine Begleiter*innen aus der Region in den Fokus. Auf gut 400 Seiten erzählt das Buch von Petina Gappah die Geschichte vom Transport der Leiche Livingstones, welche die Überlieferung seiner Dokumente garantierte.

Jahrzehntelang war Livingstone in verschiedenen afrikanischen Ländern unterwegs, "entdeckte" die Region für den Westen, und suchte zum Schluss die Quelle des Nils. Für seine Dienste erhielt Livingstone unter anderem einen Ehrendoktortitel und eine Grabstätte in der Westminster Abbey. In der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte wurde jedoch seine moralische Ambivalenz und sein zwiespältiges Verhältnis zur Sklaverei offenkundig.

"Aus der Dunkelheit strahlendes Licht" nähert sich der mythischen Figur aus einer nicht-europäischen Perspektive an. Der Roman erzählt sich aus der Sicht der Begleiter*innen Halima und Jacob Wainwright: Sie ist eine von Livingstone gekauften Sklavin, er ein zum Christentum konvertierter befreiter Sklave. Dies sorgt für einen erfrischenden Zugang zu Livingstones Reisen - umso mehr, da Livingstone zu Beginn des Romans sogleich stirbt.

Wie genau das Buch die Figur David Livingstone entzaubert, gibt es im Podcast zu hören:

"Aus der Dunkelheit strahlendes Licht" gibt es in der Hirschmatt Buchhandlung Luzern zu kaufen.

Bilder:

Wellcome Library, London. Wellcome Images / Wikimedia Commons.

In Conversation with Trevor / Youtube.

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