Sprechstunde

Wer hat an der Uhr gedreht? Die grauen Männer!

06.12.2018

Tausend Apps, schnellste Route auf Google Maps und Yoga für den inneren Rhythmus. Und trotz all dieser Methoden fehlt sie stets: Zeit.

Auch wenn die Thematik modern und total 21. Jahrhundert klingt, schon in den 70er Jahren hat sich die Gesellschaft damit auseinandergesetzt. Michael Ende wollte mit seinem Roman "Momo" 1973 die Gesellschaft ermahnen und belehren. Denn Zeit solle nicht gespart, sondern sinnvoll eingesetzt werden.

In der Geschichte "Momo" stehlen die Grauen Männer den Menschen Zeit unter dem Vorwand sie zu versichern. Für die Zeitsparkasse dauert der Haarschnitt nur noch 15 anstatt 30 Minuten, der Kaffeekranz wird durch Arbeit ersetzt und anstatt zu spielen, nutzen Kinder in Heimen ihre Zeit sinnvoll. Vermeintlich sinnvoll... Einzig Momo begreift, dass da etwas nicht ganz stimmt und versucht die Grauen Männer zu stoppen. Ob ihr das gelingt, soll an diesem Punkt offen bleiben.

Das Vollgastheater aus Luzern bringt jene zeitlose Thematik auf die Bühne und lädt dazu ein die eigene Zeit(ver)planung kritisch zu überdenken. Auf der Bühne und in der Band stehen Menschen mit und ohne Behinderung, welche sich ein gutes Jahr mit ihren Figuren und der Thematik beschäftigt haben. Auch wenn der Autor Michael Ende in seinem Roman belehren wollte, Raschid Kayrooz, der Leiter des Theaters, möchte dies nicht. Auch die Schauspielerin von Momo, Lily Halter, kann sich nicht mit allen Zügen ihrer Figur identifizieren. Wieso es trotz diesen Gegensätzen ein lohnenswerter Theaterbesuch sein wird, erfährst du im Podcast:

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