Stooszyt

Scheinverbesserungen bei Reinigungsvermittler

Kritik an Batmaid

Nach Kritik am Vermittlungsmodell der Firma Batmaid kündigte die Firma eine strategische Neuausrichtung bezüglich des Arbeitgeberstatus an.

Batmaid vermittelt Reinigungskräfte auf Stundenlohnbasis an ihre Kund*innen. Die Kund*innen sind dabei die Arbeitgeber*innen der Putzkräfte, wobei Batmaid die Putzkräfte im Namen der privaten Arbeitgeber*innen anmeldet und versichert. Ein solches Modell kann trügerisch sein, meinte Claudia Hablützel, Geschäftsführerin der PK Reinigung, im Interview. Die Kund*innen fühlen sich von den lästigen Arbeiten wie Lohnabrechnung und Versicherung entledigt, was nicht unbedingt stimmt.

Für die Putzkräfte ist dieses Modell aber viel prekärer. Da sie nicht bei Batmaid angestellt sind, sondern bei denjenigen, die ihren Putzdienst in Anspruch nehmen, haben die Putzkräfte meist viele verschiedene Arbeitgeber*innen. Einzahlungen in die Pensionskasse ist mit diesem Modell unmöglich: Erst ab einem jährlichen Einkommen von etwas über 21'000 Franken wird das Einzahlen in die Pensionskasse obligatorisch. Ein Betrag, der mit vielen Kleinstpensen bei vielen Arbeitgeber*innen, unerreichbar ist. 


Kleiner Lohn, grosse Abzüge

Die Bezahlung ist bei diesem Modell kein Trostpflaster. Im Frühling, als die Kritik an Batmaid lauter wurde, verdiente eine Reinigungshilfe an den 32 Franken, die den Kund*innen pro Stunde in Rechnung gestellt wurden, laut Beobachter gerade mal Fr. 20.90. Batmaid zog für den administrativen Aufwand stolze Fr. 7.30 ab, die restliche Differenz ging an Sozialleistungen. 

Nach der Kritik kündigte Batmaid an, dass die Firma einen grossen Teil der Reinigungskräfte bei sich anstellen möchte. Doch die Bezahlung und Absicherung der Angestellten wird dadurch kaum verbessert.


Zwei Optionen

Wie viele der ca. 2'000 Reinigungskräfte von Batmaid tatsächlich angestellt werden, ist noch nicht klar, wie CEO Andreas Schollin-Borg im Interview meinte. Die Entscheidung lassen sie unter anderem auch die Kund*innen treffen.

Diese erhielten letzten Donnerstag eine Mail, in der sie darüber informiert wurden, dass sie sich zwischen zwei Optionen entscheiden müssen.


Option 1: Batsoft

Bei der neuen Plattform Batsoft bleiben die Kund*innen die Arbeitgeber*innen der Putzkräfte. Ausser einer Kranken- und Schadensversicherung bleibt fast alles gleich. Die Batsoft-Option kostet die Kund*innen Fr. 32.55.


Option 2: Batmaid

Bei dieser Option wird nun Batmaid selbst Arbeitgeber der Reinigungskräfte. Die Neuerungen für die Reinigungskräfte bei dieser Option sind in der E-Mail an die Kund*innen nicht einsehbar. Für die Kund*innen gibt es aber eine neue App, eine zusätzliche Schadensversicherung und die Möglichkeit, ohne Verpflichtungen bis zu 48 Stunden vor dem Dienst, diesen zu stornieren. Die Batmaid-Option kostet die Kund*innen Fr. 39.00.


In der Informationsmail, die Radio 3FACH von einem Batmaid-Kunden zugespielt wurde, schlüsselt Batmaid die Abrechnung für die Reinigungskräfte in der ersten Version Batsoft auf: Von den 32.55 Franken geht nun ein noch kleinerer Teil an die Reinigungskräfte. Nur noch Fr. 19.76 ist der Nettolohn für eine Stunde Arbeit - das ist mehr als einen Franken weniger als vorher. Fr. 7.50 geht an Batsoft.

(Eine solche Aufschlüsselung gibt es für die zweite Option Batmaid nicht.)

Batmaid-CEO Andreas Schollin-Borg hielt im Interview mit Radio 3FACH jedoch fest, dass die privaten Arbeitgeber*innen, die sich für Batsoft entscheiden, den Stundenlohn ihrer Angestellten selber bestimmen können. Zusätzlich könnten diese auch auf freiwilliger Basis in die Pensionskassen ihrer Angestellten einzahlen.

Ob Batmaid als Arbeitgeber auch freiwillig in die Pensionskasse der bei ihnen angestellten Putzkräfte einzahlen wird, hörst du hier im Podcast:




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