Trojaner

Content-Moderation ≠ Zensur

Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit

Neue Meta-Richtlinien lassen es zu queere Menschen "psychisch krank" zu nennen. So weitet sich der Raum für zugelassene Hassrede im digitalen Raum! Auf den Meta Plattformen Instagram, Facebook und Threads ist für alle Nutzer*innen klar: Hatespeech is a thing! Aber so schlimm ist es ja nicht, oder? Hasserfüllter Content wird gelöscht. Doch was, wenn sich die Grundlagen der Content Moderation ändern?


"Wir erlauben Unterstellungen von psychischer Erkrankung oder Anomalien, wenn sie auf geschlechtlicher oder sexueller Orientierung basieren, angesichts des politischen und religiösen Diskurses über Transgenderismus und Homosexualität und der häufigen, nicht ernst gemeinten Verwendung von Wörtern wie „seltsam“."

(Das ist der übersetzte Text, welcher exakt so in den neuen Meta Content Policies zu Hasserfülltem Verhalten steht.)


Der Raum wird geöffnet für mehr Hass an bereits marginalisierten Gruppen. So befinden sich jene Personen nicht nur am Rande der Gesellschaft, sondern werden regelrecht aus dem öffentlichen digitalen Raum verjagt.

Wir sprachen mit Sophie Achermann, Geschäftsführerin der Public Discourse Foundation, welche Teil des Projekts Stop-Hate-Speech ist. Sie ist Expertin für öffentlichen Diskurs. Ihre Perspektive zur momentanen Situation bei Meta und ihren Sozialen Medien stellte uns vor düstere Tatsachen, brachte aber auch Hoffnung zum Vorschein. Hör hier die ganze Sendung: Bereit für einen deep-dive?

Wieso Meinungsfreiheit anderen Freiheit raubt

Meinungsfreiheit und Meinungspluralismus sind Stützpfeiler der Demokratie. Ein demokratischer Diskurs über Themen setzt aber folgendes voraus: Alle Menschen sind gleichgestellt, alle befolgen die gleichen Regeln.

Verschwindet ein Teil einer Gesellschaft aus dem öffentlichen Raum, weil sie sich nicht wohlfühlen und beispielsweise den Hass nicht vertragen, schadet das dem demokratischen Diskurs. Sophie Achermann wünscht sich, dass die Sozialen Medien ein Ort sind, wo alle ihre Meinungen teilen und Hass moderiert bleibt, um Personen zu schützen. Nur so könnten alle Menschen im digitalen Raum integriert sein. Wenn die Grundlagen zur Content-Moderation für bestimmte Personengruppen keinen Schutz mehr bieten, stellt sich für diese Menschen die Frage: Sollte ich nicht einfach diese Plattform verlassen?


"Nach meiner Auffassung wäre es wichtig, dass Menschen so lange wie möglich in diesen Räumen bleiben, solange sie es irgendwie aushalten und es ihrer psychische Gesundheit nicht allzu fest schadet."


Falls Meinungen, Interessensschwerpunkte und politische Motivationen aus einem öffentlichen digitalen Raum verschwinden, droht ein Ungleichgewicht. Ein Ungleichgewicht darüber, welchen Meinungen und Ansichten man begegnet. Das erzählt uns Sophie Achermann im Interview. Deshalb sei es wichtig, dass sich Menschen gegenseitig schützen und dem Hass couragiert entgegentreten. Ein Grossteil des Hasses im Internet stammt laut einer Stop-Hate-Speech Umfrage nämlich von einem kleinen Teil der Nutzer*innen.

Logo; Stop Hate Speech (Bild: Universität Zürich)


Würden sich also mehr Menschen unterstützend gegen den Hass auflehnen, dann könnten sich auch Personengruppen, welche nicht mehr von Richtlinien geschützt werden, weiter wohlfühlen.


"Solidarität aussprechen und uns gegenseitig schützen und ich glaube viel mehr bleibt uns nicht übrig."


Das nächste Mal, wenn du im Internet unterwegs bist, zeig Courage und bombardiere Menschen mit Herzen und werde Teil der Menschen, die den Hass im digitalen Raum im Keim ersticken wollen!

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