Trojaner

Der Videospiele-Journalismus hat ganz andere Probleme als das Internet

Wann hast du dir das letzte Mal in einem Kiosk ein Magazin gekauft? Zeitschriften haben es in heutigen Zeiten schwer: Die meisten Informationen holt man sich heute aus dem Netz und nicht von gedruckten Lettern. Dieser Shift, hervorgerufen durch den Siegeszug des Internets, spüren ebenfalls Videospiel-Magazine. Obwohl zumindest die grossen Marken wie die GameStar oder die Maniac den Sprung in die Online-Welt geschafft haben, sehen auch sie sich vor gewichtigen Problemen. Erst in den letzten Tagen musste etwa 4players verkünden, dass sie Ende Oktober vom Netz gehen. Dabei ist 4players immerhin eines der ersten und grössten deutschen Online-Videospielemagazine! Was steckt also hinter dem strauchelnden Spiele-Journalismus?

"Wenn du als Journalist*in keine Informationen aus erster Hand bekommst, wird es schwieriger gute Inhalte zu produzieren."

Für die jetzige Situation sind nicht nur die neuen Kanäle wie YouTube und Twitter Schuld, wo in Windeseile frische Infos über neue Games verteilt werden:

Roger Sieber, Betreiber von GAMES.ch, erzählt uns im Interview, wie auch die Publisher eine Mitschuld am angeschlagenen Videospiele-Journalismus tragen. Und dies besonders in der Schweiz, denn in den letzten Jahren befinden sich die grossen Spieleproduzenten wie EA, Ubisoft und Activision hierzulande auf dem Rückzug. Sie schliessen lokale Vertretungen, um Kosten zu sparen und verlagern ihren Fokus auf einzelne Orte oder ins Digitale. So kommt es, dass Schweizer Journalist*innen oftmals ins Ausland reisen müssen, um neue Informationen aus erster Hand zu bekommen, was kosten - und zeitintensiver ist als das frühere Modell. 

Hinzukommt das Budget der Publisher, welches sich für das Berichten über hauseigene Spiele ebenfalls verringert hat. Aus diesen und weiteren Gründen haben Schweizer Zeitungen auch ihren Fokus neu justiert und Gaming-Sparten etwa ausgewechselt. Die Folgen sind u.a. weniger Journalist*innen, die sich mit Games auseinandersetzen. So kommt es zu einem längerfristigen Schwund an videospielversierten Redakteur*innen.

Den ganzen Bericht mit Interview kannst du im Podcast nachhören.

Aufruf zum Boykott: Hate-Raids auf Twitch

Auf Twitch gab es immer schon sogenannte Hate-Raids, doch im diesjährigen Sommer fand eine besonders hohe Zahl solcher Angriffe statt.

Mit Hate-Raids sind Aktionen einzelner User*innen auf Twitch gemeint, die den Chat eines*einer Streamenden mittels Bots mit Hassnachrichten überfluten. Diese Nachrichten sind zumeist klar rassistisch, transphob oder antisemitisch motiviert. Nun wird zum zweiten Mal mit den Hashtags #TwitchDoBetter und #ADayOffTwitch auf Twitter dazu aufgerufen, auf der Streaming-Plattform nicht zu streamen und sich als Zuschauer*in nichts anzusehen - dies einen ganzen Tag lang und zwar am ersten September. 

Der Boykott richtet sich dabei nicht direkt gegen die Hate-Raids, sondern gegen Twitch selbst. Die Plattform hat bisher nämlich keine speziellen Sicherheitsmassnahmen gegen Hate-Raids beschlossen, sondern überlässt die Streamer*innen sich selbst mit Hinweisen, welche den Betroffenen jedoch kaum etwas nützen. So sieht sich Twitch mit dem Vorwurf konfrontiert zu wenig für die Sicherheit von Minderheiten zu tun und dementsprechend kein sicherer Ort für dieselben zu sein. Unsere Einschätzung hörst du im Podcast.

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