Trojaner

Telegram: Nachrichten, die keiner sehen darf

27.10.2020

Unkompliziert, sicher und anonym. Das sind die wichtigsten Eigenschaften der Telegram App. Mit dem Ziel, die Privatsphäre der Benutzer besser zu schützen, gehörte sie zu den Vorreitern bei der Verschlüsselung von Chat-Nachrichten.

Nutzer mit verschiedenen Motiven

Mittlerweile zählt die App eine halbe Milliarde User, die sich eben diese verschlüsselte Kommunikation zu Nutze machen. Bei einer wachsenden Zahl dieser User handelt es sich jedoch nicht um Privatsphäre-liebende Bürger, sondern um Gruppierungen, welche effektiv auf diese Technologie angewiesen sind, um sich vor Strafverfolgung zu schützen. Ausschlaggebend dabei ist, dass Telegram nicht nur verschlüsselt, sondern im Vergleich zu WhatsApp & Co. auch komplett anonym ist.

Corona als Blütezeit der Verschwörungstheorien

Besonders deutlich wurde dieses Phänomen in den vergangenen Monaten, als immer strikter werdenden Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus auch zahlreiche Verschwörungstheoretiker auf die Bahn brachten. So wimmelt es auf Telegram von Gruppenchats, in welchen die wildesten Theorien über die Hintergründe der Pandemie grassieren. Corona ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Je tiefer man gräbt, desto extremer wird das Gedankengut, das in diesen Chats publiziert wird.

Unter dem Radar der Behörden

Dass Telegram ein Dorn im Auge vieler Justizbehörden ist, liegt auf der Hand. Besonders dann, wenn die Inhalte strafbar sind. Solange ein User sich nicht selbst auf Grund von Bildern oder Aussagen verrät, verlaufen die meisten Ermittlungen bis heute im Sand.

Plattform für Demokratie-Bewegungen

Blickt man über Westeuropa hinaus, zeigt sich Telegram plötzlich in einem anderen Kleid - denn es gibt viele Gründe, sich vor Abhörmassnahmen des Staates schützen zu wollen. Sowohl bei den Protesten in Hong Kong wie auch den revolutionären Bewegungen in Weissrussland, spielt Telegram eine zentrale Rolle bei der Planung und Koordination.



In der Digitaldosis bearbeiten und erklären die Studenten Reto Stadelmann und Lukas Huwyler von der Hochschule Luzern Informatik aktuelle und relevante technische Neuerungen und Entwicklungen. Die richtige Dosis digital, einfach und verständlich erklärt.

Wir verwenden Cookies um die Performance unserer Website zu messen. Möchtest du diese Cookies akzeptieren?