06.11.2026
von
Priya Kumar
Als Lena Katina und Yulia Volkova alias t.A.T.u. 2002 «All The Things She Said» veröffentlichen, bleibt der gesellschaftliche Aufschrei nicht lange aus. Der ursprünglich auf Russisch erschienene Song erzählt von der Liebe zwischen zwei Frauen. Für besonders viel Aufsehen sorgt damals das Musikvideo. Zwei junge Frauen, die sich im strömenden Regen küssen. Für einige Musikfernsehsender ist das zu viel. Das Video wird gar nicht erst ausgestrahlt oder nur in zensierter Form gezeigt.
Seither wurde «All The Things She Said» unzählige Male geremixt und gecovert. Doch die Version des schwedischen Duos Horse Vision geht auf eine ganz eigene Art unter die Haut. Hinter Horse Vision stecken Johan Nilsson und Gabriel von Essen aus Stockholm. Ihr Sound bewegt sich irgendwo zwischen klassischen Indie Strukturen und experimentellem Sounddesign. Drumsets und reduzierte Gitarrenriffs gehören zu ihrem musikalischen Repertoire.
"All the things she said, all the things she saidRunning through my head, running through my headRunning through my head..."
Auch in ihrem Cover bleibt das Duo diesem Ansatz treu. Statt den Song gross aufzubauen oder ihn mit zusätzlichen Elementen zu überladen, setzen Horse Vision auf Reduktion. Der Refrain wiederholt sich beinahe mantraartig, während nur vereinzelt neue musikalische Elemente dazukommen. Gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Song eine besondere Intensität. Was einst als grosser Popmoment für Aufsehen sorgte, wird hier zu etwas Hypnotischem, beinahe Zerbrechlichem. Und trifft dadurch auf eine ganz andere Weise mitten ins Gefühl.
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