09.12.2024
von
Aline Baeriswyl
Das verpixelte Bild eines Menschen, zusammengesetzt aus Tausenden von Gesichtern. Ein seltsames Gefühl und ein Klang, der sich nie vertrauter angefühlt hat: Wie beschreibt man unsere Wahrnehmung der Welt in einem Album?
Das Album The World von Croatian Amor scheint aus unzähligen Bildern und Objekten zusammengesetzt zu sein, die eine ganze Palette von Klängen offenbaren, wenn man an sie heranzoomt, sie bis ins Kleinste zerlegt und wieder zusammensetzt. Dabei bewegen sich die Ambient-/Drone Soundscapes zwischen gespenstischem Unbehagen und eher wärmeren, lebendigeren Atmosphären - zwischen melodischen Gitarren und spärlichen Worten, die zu unverständlichen Gesprächsfetzen werden.
LA Hills Burn At The Peak Of Winter wurde am 15. März 2013 via Posh Isolation veröffentlicht.
Mit dem Song LA Hills Burn At The Peak Of Winter eröffnet The World und kreiert eine emotionale, fragile Stimmung, die besonders durch die melodische Gitarre und geschichteten Synthesizers unterstrichen wird. Es entsteht eine zugrundeliegende Spannung, die sich durch das ganze Album zieht. In den folgenden Tracks übernehmen besonders Drone-Texturen die Soundlandschaft und erst später im Album, auf dem Track New Year, findet sich die Gitarre wieder - diesmal jedoch als karge Gitarrenriffs. Diese werden unterlegt durch entstellte, ausgedehnte und rhythmische Synths. Gleichzeitig spricht eine verzerrte Stimme eine Art Spoken Word und verfremdet damit die dringende Vertrautheit der gesprochenen Worte.
New Year wurde am 15. März 2013 via Posh Isolation veröffentlicht.
Im Title-Track The World, der gleichzeitig das Album schliesst, konkretisieren sich Gesichtspunkte, die sich bereits in den vorherigen Tracks angedeutet haben. Der Aspekt der Isolierung und Vermischung einzelner Klangelemente wird verdichtet: Während im Hintergrund kristallklare Feldaufnahmen und eine sanfte Melodie zu hören sind, ertönt gleichzeitig die Aufnahme eines Monologs einer Frauenstimme - dieser ist nur schwer entzifferbar, greift aber das Thema des Augenkontakts auf und damit eine tiefgreifende Art der gegenseitigen Kommunikation, die sich in der gemeinsamen Erfahrung der Existenz in der Welt verankert.
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