Klassiker der Woche

Eiafuawn - Birds In The Ground

12.05.2025
von Ennio De Caro

Duster – Jeder sollte sie spätestens seit dem TikTok Hit Album Stratosphere kennen. Trotz dem initialen mangelndem Erfolg, konnte die kalifornische Band es seit der 2018er Reunion endlich schaffen, die Menge mit ihrem spezeiellen Lo-Fi x Indie x Shoegaze x Rock Sound zu verzaubern. Heute soll es jedoch um die etwas andere Seite von Duster gehen.

Birds In The Ground wurde am 24. Februar 2006 via The Static Cult Label veröffentlicht.

Clay Parton, eines der zwei Gründungsmitglieder und Mastermind hinter Duster, hat bereits seit 1990 in extrem vielen Projekten mitgespielt. Darunter zum Beispiel die Post Hardcore & Grunge lastige Band Calm, die unmittelbar nach der Auflösung in Duster resultierte. Nach Duster's Sophmore Album Contemporary Movement (2000), welches gleich wie den zwei Jahre zuvor erschienenen Vorgänger Stratosphere kaum Resonanz erhielt, wurde die Band erstmal auf Eis gelegt und man ging getrennte Wege. Parton's Weg führte in sein Schlafzimmer, eine Kunst-Höhle voller Akoustik Gitarren, 4-Track Tape Recorders und Drum Machines. Es wurde Zeit für everything is all fucked up and what not – oder kurz: Eiafuawn. Nach Jahren von Demos, Song Ideen und Isolierung kam 2006 das einzig richtige Eiafuawn Album Birds In The Ground auf den Markt. Veröffentlicht wurde es durch Parton's eigenem Label, The Static Cult Label. Wir nehmen es diese Woche mal genauer unter die Lupe.

Den Start des Albums macht der depressive Track Bunny. Die Lo-Fi Ästhetik von Duster bleibt bestehen, aber ein Element was in der Vorgängerband noch selten bis kaum vorkam, war die Akoustikgitarre, an der sich Parton auf diesem Projekt in fast allen Songs bedient. Dies führt zu einem Elliott Smith/Alex G artigem Sound, welches  mittlerweile voll dem Zeitgeist entspricht. Auf Bunny ist bereits klar, dass die akoustik Riffs das Herzstück des Albums sind. Bestätigt wird das ganze direkt im Intro vom nächsten Song, dem späten Hit No More Like That. Fuck, was für ein perfekter Indie Rock Tune – Kaum zu glauben, dass in den Mitte 2000er niemand was mit diesem Album zu tun haben wollte. Der Track fügt sich in zwei Minuten voller Groove, Verzweiflung und Schönheit perfekt zusammen. Ein persönliches, nerdy Highlight des Songs sind die Harmonics, die verstreut zwischen den Akkorden gespielt werden. Das Album sträubt nur so vor Highlights, doch definitiv vorzuheben ist The Coffin Was So Light I Thought It Might Flow Away. Ein weiterer perfekter, düsterer Slowcore Song, den man gar nicht erst zu Ende hören will. Die Arbeit der Saiteninstrumente ist ehrlich und persönlich, welches durch abstrakte, finstere Lyrics perfekt abgerundet wird.

And for a moment, I'll forget exactly where 
Where I am, where I've been and where I'm headed 
And my lover will be there glowing
Doubt still, I've never existed

Wie steht Clay Parton mittlerweile zu Eiafuawn? Das ganze Projekt klingt nach einem persönlichen und extrem guten Passion Project, welches leider als es aktuell war überhaupt keinen Erfolg generieren konnte. Jedoch hat Duster und somit auch Eiafuawn am 2020er Lo-Fi Hype geschnuppert und konnte, wie auch Alex G, Panchiko oder Kitty Craft – mit ihren vergessenen, jedoch aussergewöhnlichen LPs eine Art "Kult Status" erreichen. 2019 veröffentlichte Parton unter dem Namen Everything Is Still Fucked Up eine riesen Hand voll uralten Demos, die teilweise für ein Followup Album gedacht waren. 2022 wurde Birds In The Ground auf Vinyl neuveröffentlicht, welches immer noch auf Bandcamp und dergleichen erhältlich ist.


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