Stooszyt

Eine Zukunft für das Luzerner Modehandwerk

Das Lehratelier LU Couture in Luzern steht vor der Schliessung. Die Lernenden wollen das nicht einfach so hinnehmen und haben deshalb eine Petition lanciert. Sie kämpfen damit nicht nur um ihre eigene Ausbildung, sondern auch um die Zukunft des Modehandwerks.

Nähen, gestalten und eigene Kleidungsstücke herstellen - für die Lernenden von LU Couture ist das Alltag. Doch genau dieser Ausbildungsort steht vor dem Aus. LU Couture in Willisau und Luzern soll nach 13 Jahren wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgelöst werden. Die Lernenden wollen das nicht akzeptieren und haben eine Petition gestartet. Was steckt hinter ihrem Widerstand und warum ist ihnen die Zukunft des Luzernder Modehandwerks so wichtig? 

Sofia Bründler ist im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin bei LU Couture und somit direkt betroffen von der Schliessung. Als kleines Kind hatte sie schon genäht und war auch immer schon sehr kreativ - die Lehre bei LU Couture passt also perfekt zu ihr, erzählte sie uns. 

Von der Schliessung erfuhr Sofia per Telefon, da sie an diesem Tag nicht im Lehratelier war. Ihre Kollegin und Mit-Initiantin Ana Goerre war vor Ort und erklärte uns, das die meisten im ersten Moment sehr schockiert waren. Die erste Unruhe wurde aber gedämpft, als die 29 Lernenden erfuhren, das sie ihre Ausbildung noch beenden können. Es werden aber keine neuen Lehrverträge abgeschlossen. Sofia erklärte uns, was die Schliessung für sie konkret bedeutet. 

"Wenn mer das Handwerk verlüüred, wär das en riesige Verlust für d Schwiizer Bildig"

Die Schliessung einfach akzeptieren wollte Sofia nicht. Also startete sie mit zwei Kolleginnen eine Petition. Mit der Petition fordern sie, dass der Regierungsrat den Schliessungsentscheid nochmals überprüft und gemeinsam mit der Branche und der Privatwirtschaft eine tragfähige Lösung sucht um LU Couture als Ausbildungsinstitution zu erhalten und langfristig zu sichern, damit auch künftige Generationen im Kanton Luzern diesen Beruf erlernen können.

Seit 2013 sind bei LU Couture 107 junge Berufsleute ausgebildet worden, schreibt die Luzerner Zeitung. An Interessierten mangelt es also nicht. Das Problem sei das Geschäftsmodell: rund 40% der benötigten Mittel müsse LU Couture selbst über Umsätze erwirtschaften. Das sei für einen Ausbildungsbetrieb sehr schwierig, da natürlich gleichzeitig der Ausbildungsauftrag erfüllt werden muss. Der Kanton Luzern unterstützt das Lehratelier seit dem Gründungsjahr finanziell - doch es reicht nicht. Trotz aller Anstrengungen sei es nicht gelungen, den Betrieb finanziell nachhaltig aufzustellen, sagt der Bildungs- und Kulturdirektor Armin Hartmann. 

Am 30. November werden die gesammelten Unterschriften vor dem Regierungsgebäude in Luzern eingereicht. Wie es danach mit LU Couture weitergeht, bleibt offen. 

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