Stooszyt

Nach 20 Jahren Bemühungen ist Schoggi noch immer unfair

Die Schokoladenindustrie steht seit Jahren unter Kritik. Seit zwei Jahrzehnten gibt es Bemühungen, die Produktion fairer zu gestalten. Der Kakaobarometer kommt zum Schluss, dass diese Bemühungen nicht fruchtbar waren.

Der Barometer des Cocoa Barometer Consortium erscheint alle zwei Jahre und ist eine Art Bestandesaufnahme des Kakaohandels. Der Barometer behandelt vor allem Soziale und wirtschaftliche Themen. Seit der neusten Ausgabe 2020 sind aber auch Umweltaspekte berücksichtigt worden. Alles in allem hat der Barometer in allen Aspekten einen negativen Tenor. Die exakten Ergebnisse kannst du hier lesen, oder hier kurz zusammengefasst anhören:


Zertifikate können helfen

Verschiedene Zertifikate versuchen, die Schokoladenproduktion fairer zu gestalten. Diese stehen zwar immer wieder in Kritik, doch ein Zertifikat ist besser als keins.

Hier ein paar gängige Zertifikate: (Quelle: umweltnetz-schweiz.ch)


GEPA 

Das GEPA-Siegel ist das strengste Siegel für faire Schokolade. Es reicht in seinen Anforderungen verschiedentlich über die anderen fairen Handels-Richtlinien hinaus. Das Siegel setzt strenge Sozialstandards durch, verbietet Kinderarbeit und arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen. Das Mischprodukt Schokolade, das mit diesem Siegel gekennzeichnet ist, enthält über 75% fair gehandelte Zutaten und ist zu 75% aus Bio-Anbau. Zudem sollen auch die in westlichen Ländern produzierten Bestandteile wie Milch nach fairen Kriterien hergestellt und erworben werden. Anders als bei den anderen Zertifizierungen findet kein Mengenausgleich statt. (Was dieser Begriff bedeutet, erklären wir unten.)


Fairtrade 

Das Fairtrade-Produkt-Siegel ist das häufigste und bekannteste Siegel. Es ist längst nicht mehr nur im Bio-Markt, sondern auch in Supermärkten und Discountern zu finden. Es steht für bessere soziale Bedingungen für die Bauern und Bäuerinnen, verbietet Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien. Es strebt nach einer insgesamt nachhaltigen Produktion. Den Bauern und Bäuerinnen werden Mindestpreise zugesichert und es werden Prämien für Gemeinschaftsprojekte ausbezahlt. Für Mischprodukte wie Schokolade gilt, dass alle Zutaten den Fairtrade-Standards entsprechen müssen.  


UTZ 

Das UTZ Certified-Siegel ist ein häufig zu findendes Minimal-Siegel bei Discounter-Schokolade. Zu seinen Kriterien gehören verschiedene Sozial- als auch Umweltvorgaben wie etwa ein massvoller Umgang mit Düngemitteln und Pestiziden sowie Unterkunft und medizinische Versorgung für Plantagenarbeiter. Kinderarbeit soll über die Einhaltung des Mindestalters vermieden werden. Die Bauern und Bäuerinnen enthalten zwar Ernteprämien, aber keinen Mindestpreis. Gemeinhin gilt das Siegel als weniger anspruchsvoll, gelobt wird hingegen die Transparenz der Zertifizierer. 


Rainforest Alliance 

Das Siegel mit dem Frosch ist seltener bei Schokolade zu finden, dafür oft bei Firmen, die man sonst weniger mit Nachhaltigkeit verbindet (z.B. Nestlé, McDonalds oder Tchibo). Mit ihren Kriterien will die Rainforest Alliance die Kakaoproduktion umweltschonender, sozial gerechter und wirtschaftlicher gestalten. Es gilt allgemein als das Siegel mit dem geringsten Anspruch und zielt auf den Massenmarkt; härtere Kritiker sehen darin ein Programm zur Absatzsteigerung. Indessen darf auch dieses Siegel als besser als keines angesehen werden. 


Fairtrade Cocoa Program

Das Fairtrade Cocoa Program zertifiziert nur den Rohstoff Kakao und gehört zu den Fairtrade-Produkt-Siegeln. In einer Schokolade mit diesem Siegel ist somit nur der Rohstoff Kakao fair gehandelt, das dann aber unter den Kriterien des bekannten Fairtrade-Siegels.  


Zentralschweizer Fairdtrade Schokolade

Initialisiert von GEO schützt den Regenwald e.V. vor über 10 Jahren, arbeiten dort die Max Felchlin AG, zusammen mit Original Food auf der Vermarktungsseite, mit Kichwa-Familien der Kooperative Kallari. Die Original Food GmbH hat ihren Sitz in Nidwalden und eine Kaffeerösterei in Kriens. Das Projekt unterstützt den traditionellen Kakaoanbau am Rio Napo in Ecuador, möchte die Abholzung des Regenwalds stoppen und bietet durch lange Verträge ein gesichertes und überdurchschnittliches Einkommen Für die Bauern und Bäuerinnen.

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