27.04.2026
von
Priya Kumar
Nach den ersten EPs Tape One und Tape Two setzen Young Fathers mit Dead ihr erstes richtiges Ausrufezeichen. 36 Minuten Musik, die sich bewusst nicht festlegen lassen. Hip-Hop ist hier eher ein Ausgangspunkt als ein Nebenthema. Young Fathers – aka Alloysious, G und Kayus – wechseln spielend zwischen Rap und Gesang, oft wird mehr gesungen als gesprochen.
Der Sound lebt stark von Kontrasten. Graue britische Vorstädte treffen auf nigerianische Einflüsse, rohe, fast raue Beats auf warme, tiefe Basslines. Gleichzeitig steckt viel Liebe im Detail – in der Textur des Sounds, in noisigen, leicht psychedelischen Momenten, die immer wieder aufbrechen. Und trotzdem bleibt vieles hängen. Hook um Hook, einfache, direkte Melodien, die sich sofort festsetzen. Getragen von vielstimmigen Chören, die im Track 'Am I Not Your Boy' besonders gut zu hören sind, entsteht eine Art Strömung, die gleichzeitig minimalistisch und intensiv wirkt.
Dead ist ein Album, das etwas fühlen will. Für Young Fathers steht die emotionale Wirkung im Zentrum – und genau deshalb wirkt das Ganze stellenweise wie ein Abschied, aber kein trauriger: eher ein lauter, lebendiger, fast schon feierlicher Moment voller Energie und Herz.