Triibsand

In einem Jahr dann...

Wo siehst du dich in einem Jahr?

Ob beim Bewerbungsgespräch, bei einem Gespräch mit den Eltern oder du wirst es von deinen spirituellen Freund*innen gefragt. Der jährliche Zyklus des Lebens geht weiter und immer wieder stehen Zukunftsvisionen im Raum.  In einem Jahr kann ich Auto fahren, in einem Jahr bin ich auf Weltreise, in einem Jahr werde ich ein Elternteil sein. In einem Jahr kann sehr viel passieren, doch nicht jedes Jahr scheint so zu sein. Um diese "tote" Zeit dreht sich das Album This Time Next Year von Marumaru, welches vor genau einem Jahr erschienen ist. 

Die Welt ist Imperfekt

Avery Hutley alias Marumaru war in den letzten sechs Jahren vor dem Album Release auf Reisen. So war sie in verschiedenen Orten in Australien und Japan zuhause. In Sydney, Melbourne, Kyoto und Tokyo entstanden die Songskizzen, die später ausproduziert auf dem Album This Time Next Year gelandet sind.

Musikalisch hat das Album This Time Next Year einiges zu bieten. Eine klare Linie ist dabei kaum zu erkennen. Ambient Tracks, Indietronica- und sogar Post Rock Einflüsse sind zu erkennen. Dabei stellt jeder Song seine eigene Geschichte mit zugehörigem Gefühl dar. Auch beim Album-Theme denkt Marumaru aus Sidney gross. Zyklisch kann so das Album aus der zeitlich neuen Perspektive angehört werden. Und immer wieder stellen sich neue Zukunftsvisionen in den Vordergrund. Für sie spielt die Welt, in der wir uns bewegen, eine grosse Rolle. Speziell als junger Mensch erkennt man die Probleme, die uns auf einer globalen Ebene umgeben. Es gibt viel Ungerechtigkeit und die Welt, in der wir uns bewegen, is nicht perfekt. In dieser Imperfektion entsteht Leben, welches imperfekt ist, denn nichts ist perfekt, nichts ist reibungslos und nichts ist einfach rund und sauber.

Gesang im Ambient

Triibsand untypisch sind die Vocals, die auf den Songs zu finden sind. Im Fall von Marumaru wird die Stimme mehr als Instrument gebraucht. Im Vergleich zu anderen Künstler*innen, die man sonst im Radio hört, finden die Vocals eher im Hintergrund statt. Eingewoben in die instrumentale Klanglandschaft mit einem sanften Stimmeinsatz wirkt ihre Stimme geheimnisvoll. Speziell im Ambient sind Stimmen eher selten und Gesungenes noch weniger. Die vielen anderen Genreeinflüsse bringen wohl diese Umsetzung mit Vocals zum Vorschein. So macht sie die Musikstücke auf This Time Next Year persönlicher. 


Playlist:

Marumaru - This Time Next Year (Album)
Marumaru - Another Year Asleep
Marumaru - How Strange
Marumaru - Phantom Falling
Marumaru - Clouded Gem
Marumaru - Without a Target
Marumaru - A Human Work
Marumaru - A Break in the Clouds
Marumaru - Nothing
Marumaru - Skies May Fall
Marumaru - To Death

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