Album der Woche

Tiramisadness - I will be, forever mine

18.05.2026
von Priya Kumar

Züge fahren. Menschen steigen ein und aus. Irgendwo zwischen Basel SBB und dem nächsten Halt entstehen Synthlines, Vocalfetzen und halbfertige Songideen. 

Genau dort hat Tiramisadness ihr Debütalbum geschrieben -  auf dem Arbeitsweg, mit Laptop und Kopfhörern, irgendwo zwischen Alltag und Tagtraum.

I will be, forever mine sammelt elf kurze Tracks, die sich anfühlen wie offene Notizen: manchmal verspielt, manchmal schräg, manchmal fast zerbrechlich. Vieles klingt bewusst unfertig - aber genau darin liegt der Reiz. Keine glattpolierte Popplatte, sondern ein Album, das Ecken behalten darf. Viele Stücke hören auf, bevor sie sich komplett erklären und bleiben genau deshalb hängen.



Hinter Tiramisadness steckt die Basler Musikerin Dshamilja Kalt die neben Klavier auch Synthesizer, Kirchenorgel und Stimme als Werkzeuge benutzt, um ihren eigenen Klang zu bauen. Stilistisch bewegt sich das Ganze irgendwo zwischen experimentellem Pop und DIY-Schlafzimmerästhetik. Die Entstehungsgeschichte passt dabei ziemlich gut zur Musik selbst: 2016 nahm Dshamilja erste Songs mit einem iPhone 3 und Apple-Kopfhörern auf, spielte sie über ein altes Radio auf Kassette und verschenkte das Tape an Freund*innen. Aus diesem improvisierten Setup wurde über die Jahre ein ganzes Bandprojekt. 

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