Aufgewachsen in Luzern, etndeckte Leni Ingerfeld schon früh Musik, die andere längst für "veraltet" hielten. Ein Plattenspieler zum zwölften Geburtstag, ein Song von David Bowie und ein paar Jahre später ein Bass in der Hand. Leni war musikalisch schon früh auf ihrer eigenen Spur. Im heutigen AUX Interview reisen wir durch ihre Teenagerjahre und schauen, wie aus "Leni from the Block" die talentierte Bassistin und Songwriterin der Band Liebeskind wurde.
Teenager + Internat = Eine erstaunlich gute Combo
Aufgewachsen in einem Haushalt voller David Bowie Memorabilia und Musik aus der Jugend ihrer Eltern, war Leni schon früh von besonderen Klängen umgeben. Als sie zum zwölften Geburtstag ihren sehnlichst gewünschten Plattenspieler bekam, liess ihr Musik Geek Vater nicht lange auf sich warten. Er griff zu David Bowies Aladdin Sane und legte die Platte auf. Mit den ersten Tönen öffnete sich für Leni eine völlig neue musikalische Dimension. Sie wollte mehr hören, mehr entdecken, mehr wissen.
Doch dann kamen die Teenagerjahre. Wie viele Schweizer Jugendliche besuchte auch Leni die Kantonsschule. Dort merkte sie jedoch schnell, dass kaum jemand in ihrem Umfeld dieselben Interessen hatte wie sie. Eine Erfahrung, die sie als verwirrend und isolierend beschreibt. Nach drei Jahren Kanti war deshalb klar: Koffer packen. Sie wollte nämlich nach England ins Internat.
In der englischen Countryside widmete sie sich vor allem der Musik und dem Film. Ihr damaliger Musiklehrer brachte ihr das Bassspielen bei und motivierte sie, sich musikalisch zu entfalten. Schon bald fanden sich drei weitere gleichgesinnte Musikliebhaber zusammen und die vierköpfige Band Starcast entstand. Neben zahlreichen Covers schrieben und produzierten sie den cathy Song Love Bug, der heute bereits über 5'000 Streams auf Spotify hat.
Die Geburt von Liebeskind
Und so schnell war die Schulzeit dann auch wieder vorbei und Starcast ging getrennte Wege. Für Leni hiess es wieder: Koffer packen und zurück in die Leuchtenstadt. In ihrem Zwschenjahr bewegte sie sich in der lokalen Musikszene und knüpfte neue Freundschaften, unter anderem mit der Band Suicide Catdoors. Der Austausch mit anderen Musiker*innen motivierte sie zusätzlich, ihren musikalischen Weg weiterzuverfolgen. Somit schrieb sie im Sommer 25 das Lied Passing Away. Wer die Stimme dieses punkigen Liedes sein sollte, war damals aber noch in den Sternen.
Ein Augenblick später war ihr Sabbatical Year auch schon vorbei. Im Herbst zog es Leni für ihr Filmstudium jenseits des Ärmelkanals. Dort schrieb sie eines der besten Drehbücher ihres Jahrgangs und lernte zahlreiche kreative Köpfchen kennen, darunter ihre neuen Bandmitglieder, mit denen sie gemeinsam Liebeskind gründete. Für die Band schreibt und produziert sie heute Songs, die bereits von der BBC entdeckt und gespielt wurden. Nun tüftelt die fünfköpfige Band fleissig an ihrer ersten EP, die schon bald erscheinen soll. Wer weiss, vielleicht sind dieses Jahr nicht nur die Weihnachtsplätzchen frisch aus dem Ofen?
Playlist
David Bowie - Time - 2013 Remaster
Romeo Void - Never Say Never
Nena - Irgendwie, irgendwo, irgendwann (Special 12" Dance Mix)
The Beautiful South - Have You Ever Been Away
LIEBESKIND - Keith
The Rolling Stones - Star Star - Remastered
LIEBESKIND - Passing Away
Rodríguez - I Wonder
Free - All Right Now
Paul Simon - 50 Ways to Leave Your Lover
Squeeze - Cool For Cats
Faces - Ooh La La
Primal Scream - Loaded - Andy Weatherall Mix
J.J. Cale - Don't Go To Strangers
Blondie - Hanging On The Telephone - Remastered 2001
Buzzcocks - Ever Fallen in Love (With Someone You Shouldn't've?) - 1996 Remastered Version
Talking Heads - Life During Wartime - 2