AUX

Vom Hinterland auf die internationale Jazz-Bühne - Lea Maria Fries im AUX

Lea Maria Fries, ein Name, der uns seit über zehn Jahren auf 3FACH begleitet. Angefangen bei der Avant-Pop-Band Vsitor, über die Jazz-Formation 22° Halo und das Duo et.nu. Mit Cleo erschien letztes Jahr nun die erste Langspielplatte unter eigenem Namen. Ein Album, das von Publikationen in Frankreich, Deutschland, über die Schweiz bis nach Amerika auf die Gunst von Musikkritiker:innen stiess. Im AUX erzählt Lea Maria Fries über den Entstehungsprozess von Cleo und die Sounds, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.

Zwischen Herkunft und Neuanfängen

Ihren momentanen Lebensmittelpunkt hat Lea Maria Fries in Paris, wo sie nach Jahren künstlerischer Tätigkeit in Berlin mit ihrem Partner, dem Bassisten und Produzenten Julien Herné, lebt. Trotzdem bezeichnet sie sich als Landei und geht immer gerne zurück an den Ort ihrer Kindheit: Schötz. Es ist hier, am Fusse des Napfs, wo sich Lea Maria Fries in die Musik verliebt. Sie erinnert sich an ihre erste Band -es war eine Punkband - während ihrer Zeit an der Kantonsschule Willisau, an einen Proberaum voller Ameisen und leeren Bügelflaschen. Auf dem Track "Chrüz" reflektiert sie über ihre Verbundenheit zum Luzerner Hinterland. Es ist nicht nur eine Ode, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit den starren, vom Katholizismus geprägten Gesellschaftsbildern, die über Jahrhunderte in der Region vorherrschten, und den dadurch entstandenen Schwierigkeiten für Frauen. Chrüz ist nicht zuletzt auch ein dramaturgischer Höhepunkt auf dem Debütalbum von Lea Maria Fries. Ganz ohne instrumentale Begleitung und melodiös angelehnt an Schweizer Volksmusik bietet der Song einen Moment des Innehaltens, bevor die Zuhörenden in den Titeltrack des Albums hineingeworfen werden.

Musikalische Selbstreflexion

Cleo, sagt Lea Maria Fries, sei eine Reflexion ihrer eigenen Geschichte, ihres eigenen Werdegangs als weibliche Künstlerin. So steht Cleo – Abkürzung von Cleopatra – stellvertretend für Frauen, die sich ihren Status mit Intelligenz und Stärke erarbeitet haben. Einige Beispiele dafür nennt Lea auf dem Titeltrack. Neben Punklegende Patti Smith oder der Rapperin und Sängerin Lauryn Hill erwähnt sie auch die eigene Mutter und Schwester. Die Texte zu den Songs entstanden, wie auch schon auf dem Debütalbum ihrer Band et.nu, in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Journalisten Eric Facon. Bis heute teilt Lea alle ihre angefangenen Texte mit dem Kultur-Stammtisch-Moderator für ein erstes Feedback. Ein kreatives Ping-Pong, wie sie es nennt.

Im Moment arbeitet Lea Maria Fries an ihrem zweiten Album, welches voraussichtlich im nächsten März erscheinen wird. Die Stücke sind bereits fertig komponiert und getextet, nun geht es für die Aufnahmen zurück ins Studio. Wir sind gespannt!

Playlist

Paul Simon - One-Trick Pony - Live at the Agora Theatre, Cleveland, OH - September 1979 

Joni Mitchell - Big Yellow Taxi 

Nick Hakim - The Light 

Claude Debussy - The Girl With The Flaxen Hair 

Bon Iver - Creature Fear 

Big Red Machine - Forest Green 

Kendrick Lamar - We Cry Together 

Portishead - Glory Box 

Meshell Ndegeocello - Virgo (feat. Brandee Younger, Julius Rodriguez) 

Makaya McCraven - Black Lion 

Jaimie Branch - prayer for amerikkka Pt. 1 & 2 

Gillian Welch - Everything Is Free 

Radiohead - Talk Show Host 

Björk - Human Behaviour 

Jeanne Lee - Where Flamingos Fly 

Alice Coltrane - My Favorite Things 

Saya Gray - PUDDLE ( OF ME ) 

Little Simz - Lotus 

Massive Attack - Teardrop 

John Prine - In Spite of Ourselves 

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