Zwischen Emotion und Dancefloor – Doncare über Sound, Inspiration und seinen eigenen Weg
Doncare, mit bürgerlichem Namen Michael, ist längst kein Unbekannter mehr in der Schweizer Electronic-Szene. Was einst mit Future House und Kabelkopfhörern auf dem Weg ins Training begann, hat sich zu einem eigenständigen Sound entwickelt, der heute zwischen Dance und Melodic House pendelt. Im Gespräch wird klar: Hinter Doncare steckt nicht nur ein Produzent, sondern ein Künstler, der Musik als Ausdruck seiner eigenen Geschichte versteht.
Mit 15 begann Michi selbst Musik zu produzieren. Stark inspiriert vom Future-House-Hype der Jahre 2016 bis 2018. Künstler wie Mesto, Brooks oder Mike Williams prägten seinen Sound damals. Er wollte klingen wie seine Idole. Heute sieht das anders aus. Über die Jahre hat sich sein Anspruch verändert. Statt Trends oder Vorbilder zu kopieren, sucht er gezielt nach dem, was seinen eigenen Sound ausmacht. Persönliche Erlebnisse, eigene Emotionen und ehrliche Geschichten stehen im Zentrum. Musik soll zu 100 Prozent ihn selbst widerspiegeln.
Kreative Prozesse und Durchbrüche
Ein wichtiger Moment war ein Songwriting Wochenende im Tessin mit dem Artist „DaSonic". Innerhalb von zwei Tagen entstanden mehrere Songs, darunter „Runaway“, der inzwischen eine Viertelmillion Streams erreicht hat. Die entstandenen Tracks bündelten sie später auf einer gemeinsamen EP.
Solche intensiven Sessions zeigen, wie unterschiedlich Songprozesse verlaufen können. Manche Tracks entstehen in wenigen Tagen, andere durchlaufen über 20 Versionen, bevor sie sich richtig anfühlen. Wenn ein Song nicht funktioniert, lässt Doncare ihn bewusst ruhen. Kreativität lässt sich für ihn nicht erzwingen.
Inspiration durch grosse Namen
Besonders prägend ist für ihn Fred again… Seinen Umgang mit Alltagsmomenten und Samples aus dem echten Leben fasziniert ihn. Auch Artists wie Swimming Paul oder AVAION inspirieren ihn mit analogen Synth-Sounds und emotionaler Tiefe.
Trotz dieser Einflüsse bleibt die Balance wichtig. Inspiration ist erlaubt, doch am Ende entscheidet das eigene Gefühl. Ein Track ist erst dann „Doncare“, wenn er ihn selbst nicht mehr loslässt und er ihn stundenlang hören kann.

2025 brachte ihm zusätzliche Aufmerksamkeit. Seine Songs tauchten unter anderem in Playlists zu TV-Formaten wie Love Island, Germany’s Next Topmodel oder Berlin Tag & Nacht auf. Auch seine Streamingzahlen stiegen im letzten Jahr. Trotzdem bleibt sein Fokus klar: Musik machen, weil sie sich richtig anfühlt und nicht, weil sie einem Algorithmus gefallen könnte. Sein Ziel ist es, weiter zu wachsen, mehr Menschen zu erreichen und langfristig genügend Einkommen mit der Musik zu generieren, um mehr Zeit in seine Kunst investieren zu können. Die Liebe zur Musik treibt ihn an. Jeder neue Song ist eine kleine Reise, manchmal mit klarer Vision, manchmal völlig offen. Genau dieses Abenteuer hält ihn im Studio.
Doncare's Playlist:
Dermot - Fred again
Again - Oracle
Feel This - DIVÄG
Way You Smile - AVAION
Strangers - AVAION
Joy (Up The Strees) - Joy Anonymous
Joy (Nobody Ever) - Joy Anonymous
something about u - heylucas
weightless - cypress
All My Fault - Swimming Paul
Make Me Feel - oskar med k
Tate (How I Feel) - Fred Again
Self Control - Lynnic
what if - abelon
Only Friends - BUNT.
Grateful - Longo
I got you - Disclaimer
Dive In - Only Chris