Zwischen Neustart und Nostalgie
Jared Lembo steht an einem Wendepunkt. Nach ersten grossen Erfolgen und einer längeren Veröffentlichungspause arbeitet der Musiker nun an einem Neuanfang, der stärker denn je seiner eigenen künstlerischen Vorstellung entspricht. Zwischen 2000er-Nostalgie, Indie-Einflüssen und persönlichem Songwriting sucht Jared Lembo nicht den schnellsten Weg, sondern den richtigen.
Musik begleitet Jared Lembo schon seit seiner Kindheit. Geprägt durch sein familiäres Umfeld kam er früh mit dem Singen und Schreiben eigener Songs in Kontakt. Bereits als Jugendlicher begann er, erste Stücke zu verfassen. Englisch war dabei von Anfang an seine musikalische Sprache und ist es bis heute geblieben.
Der Schritt in die Musik
Bevor er sich ganz auf die Musik konzentrierte, spielte Jared Lembo lange Fussball. Die Entscheidung, diesen Weg hinter sich zu lassen und alles auf die Musik zu setzen, fiel mit 18 Jahren. Danach ging vieles schnell. Erste Erfolge führten rasch zu Kontakten in die Branche, zu Management, Booking und schliesslich zu einem Deal mit Sony.
Was zunächst wie ein geradliniger Aufstieg wirkte, brachte jedoch auch Erwartungen und Strukturen mit sich, die nicht dauerhaft zu seiner musikalischen Vision passten. Rückblickend wurde gerade diese Phase wichtig, weil sie ihm gezeigt hat, was er will und was eben nicht.
Weg vom Radiopop, hin zur eigenen Handschrift
Heute ist klarer denn je, in welche Richtung sich Jared Lembo bewegen will. Statt auf Popmusik setzt er zunehmend auf einen Sound, der stärker von Indie, 2000er-Rock und Singer-Songwriter-Einflüssen geprägt ist. Die Ästhetik dieser Zeit zieht sich spürbar durch seine musikalische Vorstellung. Die Trennung vom Label war deshalb auch eine Chance. Sie ermöglichte ihm, sich von äusseren Erwartungen zu lösen und die eigene Musik wieder konsequenter aus dem persönlichen Gefühl heraus zu entwickeln. Unterstützt wird er dabei von einem kleinen Team, mit dem er eng zusammenarbeitet.

Nach rund einem Jahr ohne Release bereitet Jared Lembo derzeit neue Musik vor. Im Fokus stehen zunächst einzelne Songs, nicht ein grosses Albumprojekt. Für ihn geht es aktuell darum, wieder regelmässig zu veröffentlichen, Präsenz aufzubauen und die neue Richtung Schritt für Schritt hörbar zu machen. Eine EP ist zwar nicht ausgeschlossen, vorerst aber steht der einzelne Song im Zentrum. Diese Herangehensweise passt auch zu seiner aktuellen Situation, weniger Druck, dafür mehr Klarheit und mehr Kontrolle über das, was nach aussen getragen wird.
Musik ist für Jared Lembo wichtig, aber nicht der einzige Lebensmittelpunkt. Er studiert an der PH Zürich und bildet sich zum Primarlehrer aus. Dieser zweite Alltag gibt ihm Stabilität und einen Ausgleich zu einer Branche, die stark von Unsicherheit, Erwartungen und öffentlicher Resonanz geprägt ist.
Auch auf der Bühne hat er bereits sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, von grossen Festivalmomenten bis zu kleinen, intimen Shows. Gerade kleine, intime Shows bedeuten ihm besonders viel, weil dort die Verbindung zum Publikum unmittelbarer spürbar wird.
Ein Neuanfang mit klarerem Fokus
Jared Lembo wirkt heute wie ein Künstler, der seinen eigenen Weg bewusster geht als noch zu Beginn seiner Karriere. Der schnelle Einstieg ins Musikbusiness hat ihm Türen geöffnet, die ruhigere Phase danach offenbar aber ebenso viel beigebracht. Jetzt richtet sich der Blick nach vorn: mit neuen Songs, einem klareren Sound und dem Anspruch, sich selbst treu zu bleiben. Statt sich an Erwartungen von aussen zu orientieren, setzt Jared Lembo auf Entwicklung im eigenen Tempo. Genau darin könnte die Stärke dieser neuen Phase liegen.
Jared Lembo's Playlist:
Jassin - Wie immer ist
AKIRA - Asuka Langley Soryu
Kasi, Antonius - oktober
Royal Otis - car
Natalie Imbruglia - Torn
Mumm-ra - She's Got You High
Stereophonics - Maybe Tomorrow
Justin Bieber - YUKON
The Fray - Syndicate
jxdn - WHAT THE HELL
Olivia Dean - I've Seen It
Jasmin - Dieses ein Lied
Dominic Fike - misses
Kasi, Antonius - alles was ich anfasse geht kaputt
Sean Kingston, Justin Bieber - Eine Meenie
Mk.gee - Candy
Jugo Ürdens - Aus Prinzip
C ROC - zu fremd
Sugarcult - Bouncing Off The Walls
Malcolm Todd - Chest Pain (I Love)
Ivo Martin - ich kenn liebe nicht
Coconut Records - West Coast
Hole - Malibu
Dominic Fike - How Much Is Weed?