Als eine Stadt die eine besonders unverwechselbare kulturelle und künstlerische Identität hervorbringt, wird Xalapa in Veracruz oftmals als das Athen von Mexiko bezeichnet. In diesen kulturellen Reichtum und künstlerische Vielfalt schreibt sich auch César y Su Jardin ein: Zwischen Musik und theatralischer Perfomancekunst bewegt sich César Y Su Jardin und behält dabei stets eine Vielzahl unterschiedlicher Musikgenres im Blick, die nicht zuletzt eng mit lateinamerikanischen Traditionen in Verbindung stehen.
Das musikalische Projekt rund um die kunstschaffende Person César Y Su Jardin hat sich 2021 gegründet. Mit dem Album Corre y suelta a los perros, auf Deutsch: "Lauf und lass die Hunde los", erscheint ein Debüt, das sich als eine Art folkloristische Anthologie versteht und mexikanische Volksmusik in unterschiedliche kreative Kontexte überträgt. Dabei verbinden sich verschiedene lateinamerikanische Musikstile, etwa Son Jarocho oder Fandango mit brasilianischer Musik, Bossa Nova und Samba-Jazz, und bilden damit eine musikalische Neuinterpretation.
Improvisierte Momente treffen auf wohltuende Harmonien und Melodien, die geprägt sind von einer Vielzahl unterschiedlicher Instrumente: Trombone, Gitarre und Jarana Jarocha. Letzteres bezeichnet eine Art kleine Gitarre, die in der Region Veracruz in Mexiko ihren Ursprung findet. Gespielt wird sie von César selbst, dazu kommt Césars charakteristische Stimme, die der Musik eine Art Mystik verleiht und gleichzeitig magisch wirkt.
Corre y suelta a los perros ist in einem Prozess entstanden, der vier Jahre dauerte. Im Zentrum stehen Widerstand, Natur und Befreiung. Das Album ist ebenfalls in drei leitmotivische Teile geteilt, die von den Elementen Feuer, Kristall und Omen sprechen. Das Album lässt sich in seiner Thematik als Ansammlung unterschiedlicher Fragmente sehen, die sich zu einem kohärenten Ganzen zusammenfügt. Durch die experimentellen, Skit-Artigen Interludes wird der Erzählstrang des Albums unterbrochen, gleichzeitig entstehen durch Kristallklänge und durch das Bellen eines Hundes Rückbezüge zum Titel des Albums, die den auditiven roten Faden bilden.
Körperlichkeit, Theatralik und Poesie vereinen sich in dem Werk Césars nicht nur musikalisch, sondern auch visuell. Während einzelne Bilder wie beispielsweise ein schlafwandelnder Mann, der sich in einen Hund verwandelt, ein zerbrochener gläserner Tisch, oder Zauberei auf einer Pilgerreise zu der Erzählung des Albums beitragen, vermitteln auch die Musikvideos eine träumerische Atmosphäre. Versehen mit Verspieltheit und Elementen des Alltäglichen bewegen sich die visuellen Sequenzen zwischen Spontanität und traumhafter Inszeniertheit und unterstreichen damit die Magie der Musik von César Y Su Jardin.
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Die besten Tracks findest du in dieser Playlist:
CONSTRUIR LA CARNE
SUBIR EL MONTE (II)
INTERLUDIO: MORDIDA
¡RÓMPEME LOS LABIOS!
MORDER EL FUEGO
DESIERTO (IMPRO I)
FESTÍN METAFÍSINO
SIRENA CON CARA DE PEZ
CORRE Y SUELTA A LOS PERROS
LO SAGRADO (IMPRO II)
CHIQUITO PA 'CIUDAD (IMPRO III)
INTERLUDIO: CRISTAL
TODOS LOS FUEGOS AL FUEGO