Stooszyt

Luzerner Queers zeigen sich hässig!

In Bern und Zürich gibt es den Christopher Street Day bereits. Er soll eine alternative Demo zu dem kommerziellen Pride-Umzug sein, der vielen heute zu kapitalistisch ist und seinen Demo-Charakter verloren zu haben scheint.
Nun zieht Luzern nach und veranstaltet am 22. August 2026 ebenfalls einen CSD. Organisiert wird dieser von den Jungen Grünen Luzern und der Juso Luzern.

Erst im Juli beschlossen Finn Krummenacher und andere Jungpolitiker:innen aus Luzern, einen CSD zu veranstalten. Alles musste schnell gehen und jetzt ist es bald soweit. Da Finn selber im Co-Präsidium der Jungen Grünen Luzern ist, wurde beschlossen, dass es aus Zeit- und Ressourcengründen einfacher sei, die Demo nicht parteiunabhängig zu organisieren. Damit unterscheidet sich das Event von ähnlichen Veranstaltungen in anderen Städten.

Ende Juni 1969 kam es in der New Yorker Christopher Street zu einem Aufstand. In der Bar Stonewall Inn, die für die Queer-Community einen wichtigen Begegnungsort darstellte, wurden zu dieser Zeit immer wieder Razzien der Polizei durchgeführt. Und eines Abends haben sich die Besucher:innen gewehrt. Allen voran die PoC trans Frauen Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera. Dieses Ereignis wird heute oftmals als hauptsächlicher Ursprung für die Queer-Bewegung gesehen. Ein Jahr später nämlich, im Jahr 1970, fand die erste Christopher-Street-Day-Demo statt, bei der es darum ging, dem Ereignis beim Stonewall Inn zu gedenken, aber auch die Community und ihre Rechte voranzutreiben. Mittlerweile werden auf der ganzen Welt jährlich CSDs veranstaltet.

"Trans Personen sind ein wichtiger Teil der Queer-Community!"

Auf dem Plakat für den CSD in Luzern leuchtet ein Streifen blau, rosa und weiss. Diese Farben repräsentieren die Trans-Community. Dass die Transflagge so stark hervorgehoben wurde, ist nicht zufällig. Finn Krummenacher sagt im Interview, dass they gerade einen Backlash gegen queere Rechte erlebt. Und vor allem stünden dabei trans Menschen im Visier. Jetzt muss sich die ganze Bewegung dafür einsetzen, dass diese als Teil der Gemeinschaft gesehen werden und das brauche einen speziellen Fokus, erzählt Finn im Interview.

Wut ist angebracht!

Auch wenn queere Rechte heute schon viel weiter sind, als sie es 1969 waren, fühlen sich viele im momentanen gesellschaftlichen Klima nicht wohl. Die Politik wird immer rechter, Hasskriminalität nimmt zu und online werden homophobe Diskurse heute schnell verbreitet. Auch deswegen wollen Finn Krummenacher und die anderen Organisator:innen jetzt ein Zeichen setzen. Sie wollen zeigen, dass Queers weiterhin präsent in Luzern sind. Und dass sie hässig sind. Genau darum soll es am 22. August gehen. Gleichzeitig wird aber auch ein Safe Space für Menschen aus der LGBTQ+-Community geschaffen. Denn die Queer Joy ist ein wichtiger Teil vom Aktivismus.

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