Wenn Luzern zum Schauplatz eines Terroranschlags wird
Eine Veranstaltung für Klimagerechtigkeit, bewaffnete Terroristen und eine Geiselnahme mitten in Luzern: Im neuen Thriller "Schweigt!" des Luzerner Autors Bruno Heini wird Luzern zum Schauplatz eines dramatischen Verbrechens. Inspiration für die Geschichte lieferte ein Ereignis, das die ganze Schweiz bewegte.
Im Zentrum von "Schweigt!" steht eine Veranstaltung für Klimagerechtigkeit in einem stillgelegten Stahlwerk in Luzern. Verschiedene Influencer*innen kommen zusammen, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Doch die Veranstaltung eskaliert, als bewaffnete Terroristen auftauchen und die Anwesenden als Geiseln nehmen.
Die Inspiration für die Geschichte fand Bruno Heini im Bergsturz von Blatten im Wallis. Die Naturkatastrophe selbst spielt im Buch zwar nur eine Nebenrolle, bildet aber den Ausgangspunkt für die Ereignisse. In der fiktiven Geschichte nutzt die Stadt Luzern das Unglück als Anlass, um mit einer Veranstaltung und bekannten Influencer*innen auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Warum immer New York, wenn es auch Luzern sein kann?
Bruno Heini hat schon mehrere Thriller geschrieben. Viele seiner Geschichten spielen in seiner Heimatstadt Luzern. Für ihn ist klar, dass spannende Kriminalgeschichten nicht zwingend in Metropolen wie New York, Los Angeles oder Berlin stattfinden müssen. Auch hinter der scheinbar heilen Fassade einer Schweizer Stadt können sich düstere Geschichten verbergen.
Dass er Luzern als Schauplatz wählt, hat auch praktische Gründe. Er kennt die Stadt, ihre Strassen und Gassen. Dabei nimmt er sich gelegentlich künstlerische Freiheiten. Wenn ein Hauseingang für die Geschichte auf der anderen Seite besser passt, wird er kurzerhand verschoben. Die Leser*innen bemerken solche Abweichungen manchmal und melden sich bei ihm. Gleichzeitig erhält Heini viele positive Rückmeldungen. Besonders gefällt seinem Publikum, dass es die Schauplätze aus dem eigenen Alltag kennt. Wer durch die Luzerner Gassen läuft, kann sich dadurch für einen Moment selbst als Teil der Geschichte fühlen.
Spannung beginnt lange vor dem Schreiben
Einen Thriller zu schreiben, bedeutet für Bruno Heini vor allem eines: intensive Vorbereitung. Das eigentliche Formulieren der Geschichte fällt ihm leicht. Die grössere Herausforderung besteht darin, die Handlung so aufzubauen, dass sie bis zum Schluss spannend bleibt.
Dabei spielen auch die Erwartungen des Publikums eine wichtige Rolle. Leser*innen erwarten von einem Thriller nicht nur ein Verbrechen, sondern auch eine Form von Gerechtigkeit. Diese Erwartungen bereits bei der Planung zu berücksichtigen, gehört für Heini zu den aufwendigsten Teilen seiner Arbeit.
Eine Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt
Eine besondere Rolle in "Schweigt!" spielt die Hauptfigur Palmer. Heini wollte bewusst eine Frau ins Zentrum stellen, die sich nicht als Opfer sieht, sondern selbst aktiv wird und sich zur Wehr setzt. Besonders gerne schreibt er deshalb jene Szenen, in denen Palmer die Initiative ergreift.
Ganz ohne persönliche Inspiration ist die Figur allerdings nicht entstanden. Menschen aus Heinis Umfeld erkennen in Palmer gewisse Ähnlichkeiten mit seiner Frau. Beide haben beispielsweise eine Vergangenheit als Hardrock-Musik. Darüber hinaus hat sich der Autor bei der Gestaltung seiner Heldin aber viel künstlerische Freiheit genommen.
Nichts für schwache Nerven
Mit "Schweigt!" setzt Bruno Heini auf Spannung statt auf übermässige Gewalt. Obwohl die Geschichte von Terrorismus und einer Geiselnahme handelt, stehen weder blutige Szenen noch eine hohe Zahl an Todesopfern im Vordergrund.
Wer einen Thriller sucht, der an vertrauten Orten spielt und die Nerven strapaziert, dürfte bei "Schweigt!" auf seine Kosten kommen. Wer Spannung hingegen nur schwer aushält, sollte sich die Lektüre laut Heini lieber zweimal überlegen.