Stooszyt

Fussball als Brennglas für Gewalt?

Weltweit fiebern die Fussballfans beim Public Viewing oder zu Hause vor dem Fernseher lauthalsig mit. Die emotionale Geladenheit von Sportsaison bringt aber auch bereits bestehende Probleme in der Gesellschaft zu Ausdruck. 

So zeigen globale Studien, dass die Quote der häuslichen Gewalt ansteigt. 

Petra Sidler arbeitet schon lange für den Verein zum Schutz von misshandelten Frauen in Luzern, welcher das Frauenhaus Luzern sowie die Bildungsstelle Häusliche Gewalt Luzern betreibt. 

In einem Gespräch hat sie uns erläutert, dass man vorsichtig mit der Vorstellung sein muss, dass ein Sportevent, ein schlechtes Spielresultat oder Alkohol Gewalt auslöst. Um den Fussball herum existieren aber bestimmte Faktoren, wie etwa der Gruppendruck und traditionelle Männlichkeitsbilder, die mit Gewalt kotnotiert sein können. 

Die Bereitschaft für Gewalt, Kontrolle und Abwertung ist dabei aber bereits vorhanden

"Der Fussball kann dann eine Art Brennglas sein"

Dieses Bewusstsein ist enorm wichtig, damit die Verantwortung beim Täter selbst bleibt. Hinter Gewaltausbrüchen steckt immer die Person und deren Unfähigkeit, Emotionen auf gesunde Weise zu regulieren. 

Während die Arbeit des Vereins zum Schutz von misshandelten Frauen unter anderem dazu da ist, Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten, werden viele Fälle nicht gemeldet. Das liegt daran, dass viele Betroffene sich in Abhängigkeiten befinden. Sie sind nicht einfach frei dazu, sich zu melden, sondern müssen sich dabei viele existenzbedrohende Fragen stellen. 

Punkto Verantwortung braucht es einen Perspektivenwechsel:

Petra Siedler findet in dem Kontext, man sollte weniger die Frage stellen, warum sich Frauen denn nicht melden und lieber der Frage nachgehen, warum Männer überhaupt Gewalt ausüben und warum das Umfeld so lange wegschaut. 

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