Secondhand-Produkte wurde in den letzten Jahren immer beliebter. Meistens ist es vor allem die Vintage-Kleidung, die grosse Anstürme auslöst. Doch auch für die Einrichtung der Wohnung greifen immer mehr Leute zu Altwaren. Für die drei Betreibenden des Altwarenhaldels, der nun auch ein Ladenlokal hat, geht die Leidenschaft für Antiquitäten weit zurück. Die Eröffnung des Geschäfts an der Maihofstrasse ist nur ein Teil ihrer Geschichte.
"Hier gibt es Dinge" heisst es über dem kleinen Laden an der Ecke bei der Maihofstrasse 20. Das Schauefenster ist gefüllt mit den unterschiedlichsten Fundstücken. Vom Kinderfahrrad über die schicke Vase bis zum Camping-Hocker gibt es alles. Der Laden lädt ein zum Verweilen und in der Geschichte der Gegenstände schwelgen. Und das ganz ohne Konsumzwang, betont Christos Paravalos im Interview. Besonders schön finden die drei vom Team des Altwarenhandels, dass das Ladenlokal bereits ein Antiquitätengeschäft war. Markus Schwingruber hat es über viele Jahre geführt und jetzt weitergegeben and ein neues Unternehmen.
Von den improvisierten Ursprüngen
Zusammen mit seiner Schwester Eleni und ihrem gemeinsamen Freund Benno Bucher führt Christos Paravalos, der sich nur Para nennt, das Unternehmen "Altwarenhandel.ch". Angefangen hat alles vor über zehn Jahren. Para sei damals mit viel Improvisieren auf den Geschmack der Antiquitäten gekommen. Seine ersten Gegestände hat er in Mulden, am Strassenrand oder in Häusern gefunden, die zum Abriss bereit standen. Verkauft hat er sie gelegentlich auf Flohmärkten. Vom professionellen Transport und Lagerung der Altwaren, die heute Standard sind, sei er damals noch weit entfernt gewesen. Alles transportierte Para in seinemOpel und bewahrte es im Hühnerstall seines alten Zuhauses auf. Bis heute hat sich vieles geändert.Seit sechs Jahren gehört nun auch Paras Schwester Eleni zum Team des Altwarenhandels.ch. Sie sei erst dann dazugekommen, wo es schon etwas komfortabler gewesen sei, erzählt sie mit einem Schmunzeln. Eleni brachte frischen Wind in das Unternehmen und zusammen mit Benno bilden die drei ein eingespieltes Team, das das Unternehmen bis zum eigenen Laden geführt hat.

"Alles wegzuwerfen führt nirgendwo hin!"
In grossen Buchstaben auf pinkem Hintergrund prangert das Wort "Gelegenheitskäufe". Nach der Philosophie von Eleni, Para und Benno solle man nicht immer alles neu kaufen. Para erzählt, er sei der Auffassung, für jeden Menschen auf der Welt gäbe es mindestens eine Gabel. Trotzdem werden immer wieder neue produziert. Und die Menschen kaufen sie. Gebrauchtware setzt genau hier an. Man muss nicht immer alles neu kaufen, sondern soll sich auch mal für Antiquitäten entscheiden. Den eigenen Konsum zu verändern sei wichtig. Weg von Massenproduktion, hin zu Gelegenheitskäufen.
Benno betont die tiefe Bedeutung von gebrauchten Gegenständen. Er macht für Altwarenhandel.ch Hausräumungen. Dabei wird er angestellt um Nachlässe aufzulösen, bei Umzügen auszusortieren und vieles mehr. Ihm mache es immer wieder Eindruck, Erinnerungsgegenstände zu entdecken und die Geschichten hinter den Dingen zu hören. Durch die Räumungen erhält er einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen. Das gibt den Gegensänden eine tiefere Bedeutung, die die Antiquitäten einmalig macht.