Stooszyt

Psychische Gesundheit im Schulalltag

Psychische Gesundheit im Schulalltag

Rund ein Drittel der Jugendlichen in der Schweiz ist von psychischen Problemen betroffen. Das zeigt eine Studie der UNICEF. 8 Prozent der Befragten gab an, schon einmal einen Suizidversuch unternommen zu haben.

Jahrelang ist die psychische Gesundheit der Jugendlichen in der Schweiz untergegangen. Die Folgen sind, überlastete Institutionen, fehlende Präventionsangebote und ein akuter Fachkräftemangel. Betroffene im Kanton Luzern warten heute oft bis zu sechs Monaten auf eine Behandlung. UNICEF Schweiz empfiehlt Präventionsprogramme, Angebote für die Jugendlichen und sie fordern, dass mehr daran gearbeitet wird, das Stigma rund um psychische Gesundheitsdienste abzubauen.

Ähnliche Forderungen vertritt die JUSO Luzern, die Partei sammelt seit anfang Jahr Unterschriften für ihre Initiative "Psychische Gesundheit der Jugend stärken." Die Initiative fordert unter anderem den Ausbau von niederschwelligen und präventiven Angeboten, besonders im Bildungswesen.

An der Kantonsschule Alpenquai gibt es bereits seit ein paar Jahren so ein Angebot - die interne Beratung für Schüler*innen. 

Wir sprachen mit Patricia Kurt, eine von vier Lehrpersonen im Team der internen Beratung.
Sie erzählte uns, wie sie die Schüler*innen begleitet und im Schulalltag unterstützt. Sie macht Motivationsübungen, zeigt Lerntechniken oder hat einfach ein offenes Ohr. Es helfe vielen Schüler*innen einfach einmal mit jemandem zu reden und alles abzuladen. Die Schüler*innen, die Patricia Kurt aufsuchen haben verschiedenste Anliegen. Von Problemen mit anderen Mitschülern, über Motivationslosigkeit, bis zu depressiven Verstimmungen - die Vertrauenspersonen bei der internen Beratung haben immer ein offenes Ohr.

An Primar- und Sekundarschulen gibt es die Sozialarbeit, an Gymnasien nicht. Patricia Kurt erklärt uns, dass die interne Beratung für Schüler*innen genau diese Lücke auf möglichst einfache Art schliesst. Das Angebot gibt es seit den 2000ern. Die Lehrpersonen im Team haben keine psychologische Ausbildung, deswegen gibt es seit diesem Jahr auch zwei Psychologinnen, die jeweils zwei Tage an der Schule anwesend sind. 

Inzwischen gibt es sogar Programme, die die psychische Gesundheit der Lehrpersonen fördern sollen. Es gibt Angebote bei denen man zusammen Sport macht oder singt. Eine glückliche, resiliente Lehrperson sorge für eine gute Stimmung im Klassenraum, das wiederum stärke das psychische Wohlbefinden der Schüler*innen. 

Neben der internen Beratung für Schüler*innen findet das psychische Wohlbefinden der Schüler*innen auch an der Kantonsschule Alpenquai ab und zu im Unterricht platz. Im nächsten Jahr werde die erste Klasse ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit einem Theaterädagogen durchführen, es soll um den Klassenzusammenhalt gehen. Die dritte Klasse hatte schon dieses Jahr an einem Projekt teilgenommen, bei dem es um die Förderung von psychischer Gesundheit ging. Die Kantonsschule Alpenquai ist keineswegs ein Vorreiter oder ein Einzelfall, sogar an Primarschulen werden schon ähnliche Projekte durchgeführt. 

Fest steht, die psychische Gesundheit der Schüler*innen ist längst kein Randthema mehr und erhält auch im Bildungswesen immer mehr Aufmerksamkeit. 

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