Lehrabbrüche
Immer mehr Jugendliche beenden ihre Lehre nicht. Laut dem Bundesamt für Statistik löst schweizweit fast jede vierte Person ihren Lehrvertrag auf. Die Gründe dafür sind vielfältig: Von Konflikten im Betrieb, psychischer Belastung und anderen Gründen. Trotz der hohen Anzahl von Lehrvertragsauflösungen haben die meisten eine Anschlusslösung gehabt, wie beispielsweise den Wechsel in einen anderen Betrieb. Damit gelten sie in der Erfassung nicht als Lehrabbrecher*innen.
In der Sendung erfährst du, welche Branchen besonders betroffen sind und wie Celina, den Abbruch ihrer Lehre erlebt hat:
Psychische Belastung
Celina, 19, aus Ettisiwil hat mit 15 die Lehre als Coiffeuse angefangen und nach zwei Monaten abgebrochen. Diese Entscheidung war für sie nicht einfach, aber notwendig:
"Es war vor allem so, dass es mir psychisch sehr schlecht gegangen ist. Ich hatte eigentlich jeden Tag Panikattacken."
Allgemein ist es schwierig zu erklären, weshalb so viele Lehrverträge aufgelöst werden. Die Gründe dafür sind individuell und unterscheiden sich auch nach Beruf und Branche.
Eine aktuelle, repräsentative Studie vom Zentrum Arbeit und psychische Gesundheit stellt einen möglichen Grund für die hohe Anzahl Lehrvertragsauflösungen dar. 60 Prozent aller Jugendlichen in der Lehre leiden unter psychischen Problemen. Das mag ein Grund für die Auflösung von Lehrverträgen sein
Zu jung in der Lehre
Nach der Sekundarschule kommt man häufig bereits mit 15 oder 16 Jahren in die Lehre. Der Übergang ist für viele Jugendliche eine Herausforderung: Das Umfeld verändert sich, du trägst mehr Verantwortung und sollst dabei noch deinen Freizeitbeschäftigungen nachkommen können. Für viele Jugendliche eine grosse Umstellung, mitunter auch deswegen, weil man weniger Freizeit und nur noch 5 Wochen Ferien pro Jahr hat. Weshalb war die Lehre für Celina überfordernd?
"Ein Grund war sicher, dass ich noch zu jung war. Ich bin mit 15 in die Lehre gestartet und bin noch nicht bereit gewesen für die Arbeitswelt."
Für Celina, war der Wechsel von der Schule in die Arbeitswelt also so schwierig, dass sie ihre Lehre nach 2 Monaten abgebrochen hat. Danach hat sie mithilfe der Beratung des Berufs- und Informationszentrums Luzern (BIZ) den Weg in die Fachmittelschule gefunden, die sie diesen Januar abgeschlossen hat.