Zwischen Selbstbestimmung und Stigma
Als Teil ihres Titels befasst sich die Maturandin Helena Schillinger grosszügig mit der Frage, wie viel Selbstbestimmung in der Branche der legalen Prostitution vorhanden ist. Mit Fachliteratur, feministischer Theorien und drei exemplarischen Interviews schreibt sie eine ethische Analyse über das Tabuthema.
Die Theologische Fakultät und das Religionswissenschaftliche Seminar der Universität Luzern zeichnen Helena Schillingers Arbeit mit dem Luzerner Religionspreis 2026 aus. Im Interview gibt Helena Schillinger einen Einblick in den Prozess:
Von drei Geschichten
Die Rahmenbedingungen verschiedener Bordelle seien ausschlaggebend, wie die Sexarbeiterinnen ihren Job und ihre Realität erleben; so nehme Helena auch mit, wie individuell die Geschichten und Situationen sind von Sexarbeiterinnen. Die Individualität mache das Thema nicht weniger komplex.
"Es geht nicht nur darum, ob es freiwillig ist oder nicht - man muss immer die Hintergründe der Frauen miteinbeziehen"
Weiter im Prozess entstand für Helena Schillinger ein Bild, dass oftmals die Entscheidung, Sexarbeiterin zu sein, aus ökonomischen Zwängen hervorkommt. Sie betont jedoch, dass dies keine repräsentative Aussage oder Studie sei.
Die Arbeit wurde mit dem Luzerner Religionspreis 2026 ausgezeichnet, da die Jury insbesondere "die Gründlichkeit, mit der die Maturandin die erhobenen Befunde auf ihre fundierte und breite Literaturbasis rückbezieht", überzeugt habe.