Was haben ein Radio, ein Wolf und die Alpen mit Demokratie zu tun?
Das Luzerner Museum hat aktuell eine Sonderausstellung namens "Was wiegt Demokratie?" und ich (Milla) durfte diese anschauen gehen und mit der Direktorin Tanja Warring im Interview sprechen. Was also ganz viele Gegenstände und Lebenswesen mit der Demokratie zu tun haben erfahrst du hier.
Rechte von Natur und Menschen
Demokratie ist beweglicher und vielfältiger als andere Staatsformen. Sie besteht, vergleichbar mit einem Puzzle, aus vielen Teilen, die nur zusammen funktionieren. Fehlt ein wichtiger Teil, gerät das System aus dem Gleichgewicht. Manchmal kommen neue Teile dazu, und um die Ordnung wiederherzustellen, müssen andere Teile verschoben werden. Bei diesen Anpassungen ist es wie mit politischen Debatten. Selten gibt es eine klare Ja- oder Nein-Antwort. Die verschiedenen Interessen müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, deshalb auch der Name "Was wiegt Demokratie?". Das führt oft zu heftigen Diskussionen, wer hat recht und wessen Recht hat mehr Gewicht?
Eine zweite Chance
In der Ausstellung "Was wiegt Demokratie?" wurden Teile der Ausstellung "GLOBAL HAPPINESS" der Entwicklungsorganisation Helvetas wiederverwendet und umgestaltet. Die Initiative "Happy Museums" unterstützt Museen darin, ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltiger zu werden und dass Ausstellungen am Ende nicht einfach entsorgt werden. Neben den Objekten von Helvetas wurden ebenfalls Sammlungsobjekte vom Luzerner Museum wiederverwendet und für einen guten Zweck ein zweites mal rausgeholt.
Du wirst eingeladen
Die Ausstellung beleuchtet Objekte aus der Dauerausstellung vor dem Hintergrund einzelner Grundrechte aus der Bundesverfassung. Jede der 11 Stationen endet mit einer Debatte. Jeder ist eingeladen, das demokratische Tangram-Puzzle neu zu ordnen, zu überdenken und weitere Elemente in die Waagschale zu werfen. Mit Wahl- und Stimmzetteln, welche man in der Broschüre von der Ausstellung findet, kann man an den einzelnen Stationen seine Stimme abgeben.
Die Grundrechte
Die Geschichte der Demokratie beginnt auch in der Schweiz mit Bürger*innen, die sich auflehnten und für Rechte kämpften, die heute unseren freiheitlichen Staat ausmachen. Diese in der Verfassung verankerten Grundrechte schützen uns als Individuen und als Gesellschaft, indem sie unsere Würde, unseren Wohlstand und unsere Umwelt, Natur, Tiere und Pflanzen bewahren. Oft sind sie so eng mit unserem Alltag verknüpft, dass wir sie kaum noch wahrnehmen. Bei politischen Entscheidungen müssen wir Rechte häufig gegeneinander abwägen, aktuell besonders die Rechte der Natur gegen die des Menschen. Doch die Demokratie gibt uns die Freiheit, mitzuentscheiden. Wir können abstimmen, wählen, Initiativen ergreifen, uns organisieren, demonstrieren und uns für Ämter bewerben.