Stooszyt

Ab ins Bett!

29 Prozent der Personen in der Schweiz kriegen nicht genug Schlaf. Das zeigt das Ergebnis einer neuen Umfrage der Krankenversicherung Helsana. Urs Kilchenmann ist Mediensprecher bei der Helsana und spricht im Interview nicht nur über Hintergründe dieser Statistik, sondern auch über kurz- und Langzeitfolgen von Schlafmangel.

Warum schlafen wir nicht genug?

Die Krankenversicherung Helsana zeigt in einer Studie schockierende Tatsachen auf. Viele Schweizer*innen schlafen zu Werktagen weniger als sechs Stunden pro Nacht. Befragt wurden Schweizer:innen zwischen 18 und 65 Jahren. Aus dieser Gruppe schaffen es nur knapp ein Drittel auf über sieben Stunden. Zwischen sieben und neun Stunden sollten die meisten erwachsenen Menschen haben. So viel brauchen sie nämlich, um ein gesundes Leben führen zu können. Bei den Gründen für mangelnden Schlaf gibt es ein Spektrum, meint Urs Kilchenmann. Stress im Beruf oder Privatleben wird oft in die Nacht getragen. Auch Menschen, die unregelmässige Arbeitszeiten haben, zum Beispiel in der Pflege, leiden teilweise unter Schlafstörungen.
Urs Kilchenmann erzählt, dass Kummer und finanzielle Sorgen die psychische Belastung verstärken. So fällt es schwer, einzuschlafen. Einige Auslöser für Schlaflosigkeit ordnet der Helsana-Mediensprecher in das heutige Zeitalter ein. Durch unser Smartphone sind wir ständig erreichbar und unsere Abende verbringen wir oft mit Netflix-Serien oder Doomscrolling. Diese Bildschirmzeit direkt vor dem Einschlafen hält unser Gehirn wach.

Schlafmangel hat Folgen

Mehrere Nächte die Woche unter sechs Stunden zu schlafen, hat Folgen. Urs Kilchenmann berichtet von Müdigkeit im Alltag, weniger Leistungsfähigkeit und Konzentrationsproblemen. Auf die Stimmung schlägt ein Schlafmangel auch. Man sei nämlich schneller reizbar, so Kilchenmann.
Schlaf sei mehr als eine Ruhephase, erzählt er. Wir Menschen brauchen ihn, um unserem Gehirn die Zeit zum Verarbeiten von Erlebnissen und Gefühlen zu geben. Unser Körper regeneriert sich während dieser Ruhephase und all das trägt zu einem guten Immunsystem bei. Je länger dieser Erholungszustand vernachlässigt wird, desto nachhaltiger sind auch die Folgen. Langfristig steigt so das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck oder Störungen im Zuckerstoffwechsel. Die Psyche wird zusätzlich belastet. So werden beispielsweise Angstzustände und Depressionen von Schlafmangel begünstigt.
Die Studie der Helsana zeigt: Die Schlaflosigkeit der Schweizer*innen muss besser werden. 

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