Stooszyt

Ein Gespräch über Familiendiversität und queere Elternschaft

Carole Ammann forscht am Institut für Kultur und Sozialanthropologie an der Universität Luzern. In ihrem Forschungsprojekt geht es um queere Familien in der Schweiz. Ziel ist es, ein Abbild zu erhalten, an dem es so bisher in der Schweiz fehlt. In den letzten Jahren haben Carole und ihre Mitforschenden deshalb durch qualitative sowie quantitative Untersuchungen Daten erhoben. Dort haben sie unter anderem herausgefunden, dass sich queere Eltern oft schlichtweg danach sehnen, nicht als anders wahrgenommen zu werden.

Gesetzliche Hürden

Im Interview erzählt Carole Ammann von rechtlichen Aspekten, die es queeren Menschen erschweren eine Familie zu gründen. Bisher sei das Stiefkindadoptions Verfahren beispielweise noch sehr langwierig. Ausserdem werde diejenige Person, welche das Kind zur Welt gebracht hat rechtlich immer als Mutter eingetragen. Sogar wenn diese Person ein trans Mann ist, der seinen Geschlechtseintrag auf Männlich geändert hat.
Samenspenden und Stiefkindadoption gehen zudem mit hohen Kosten einher.

"Mit unserer Forschung gehen wir über queere Familien hinaus"

Auch wenn Carole spezifisch Interviews mit queeren Eltern führt, ist sie davon überzeugt, dass ihre Forschung ebenso bereichernd für alle Familien in der Schweiz ist. Heute sei es nicht mehr die Norm, mit zwei Elternteilen, die zusammenleben bis die Kinder erwachsen sind, aufzuwachsen. Gerade die Patchworkfamilie ist auch in der Schweiz weit verbreitet und Carole Ammann verweist auch auf die hohe Scheidungsrate.
Familien gibt es in vielen verschiedenen Formen und indem Carole und ihr Forschungsteam diese aufzeigen, öffnen sie gängige Vorstellungen davon, wie ein Familienleben aussehen könnte. So könne sich jede Person selber überlegen, wie sie sich ihr Familienleben gestalten wolle.

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