Schon früh ist für FINTA-Personen klar, ihre Körperbehaarung ist unhygienisch und nicht ästhetisch. Deswegen werden Beine, Achseln und Intimbereich rasiert, gewaxt oder gelasered. Bewegt mensch sich im Sommer durch die Strassen, finden sich kaum behaarte nicht-männliche Körper.
Im Interview erzählen einige Luzerner*innen, wieso sie sich rasieren.
Bei den Gründen zur Rasur sind sich die meisten einig. Irgendwie fing es mal an und dann wurde es zur Gewohnheit. Sie fühlen sich auch wohler ohne Körperbehaarung, erzählen einige. Eine grosse Rolle zu spielen scheint die Jahreszeit. Im Winter, wo tendenziell weniger Haut gezeigt wird, lässt mensch es gerne mal schleifen und rasiert sich vielleicht nur alle paar Wochen oder auch gar nicht. Sobald es wieder Zeit zum Baden und für Shorts ist, ändert sich das schlagartig. Das Rasieren gehört für viele dann zur wöchentlichen Routine.
Wie hat alles angefangen?
Die Befragten erzählten im Interview, dass sie sich in der Pubertät zum ersten Mal rasierten. Wenn auf einmal überall Haare wachsen, beginnen sie einen zu stören. Für viele ist dabei das Umfeld ein zentraler Faktor. Alle anderen in der Klasse erscheinen plötzlich mit glatten Beinen und Achseln. Da dazu zu gehören wird wichtig. Die Peer-Pressure ist das eine, doch eine Person erzählt sogar von Kommentaren, die sie zu ihrer Körperbehaarung erhielt. Sie wurde darauf angesprochen und teilweise ausgelacht. Eine weitere Person berichtet von ihrer Mutter, die sie dazu ermutigte, in der Pubertät mit dem Rasieren zu beginnen. Man fühle sich dann fast gezwungen, erzählt eine dritte.
"Wirklich gerne macht das niemand!"
Auf die Frage, ob sie sich gerne rasieren, reagieren die meisten mit einem Lachen. Es scheint, als wäre das eine absurde Frage. Es gehöre halt zur Routine, erzählen die meisten. Eine Person stört sich aktiv daran, dass sie durch die Rasur länger in der Dusche braucht. Alle sind sich einig: sich den Körper zu rasieren, macht keinen Spass. Trotzdem fühlen sich dadurch viele hygienischer. Eine Person weist darauf hin, dass das aber nur ein Gefühl ist. Sie ist sich sicher, dass die Körperbehaarung einen biologischen Zweck erfüllt. Etwa den Schutz der Haut.