Stooszyt

Lippenstift am Feministischen Streik

Lidschatten, Lippenstift, Mascara – Für die einen ein Hobby und für andere ein Symbol von Unterdrückung.

Feminismus bedeutet, dass jede Person selbst entscheiden kann, wie sie aussieht und sich präsentieren will. Andererseits wird kritisiert, dass vor allem Frauen noch immer viel stärker unter Druck stehen. Sie sollen schön, gepflegt und attraktiv sein.

Ist Make-Up Selbstbestimmung – oder einfach Patriarchat ein bisschen schöner verpackt? 

Am Feministischen Streik in Luzern haben wir uns mit den Streikenden unterhalten und diskutiert. Als Erstes haben wir versucht herauszufinden, ob sich die Anwesenden überhaupt schminken. Die meisten haben uns erzählt, dass sie ab und zu Make-Up tragen, aber nicht jeden Tag. Vielleicht an speziellen Anlässen oder wenn sie einfach Lust darauf haben.  Aus den Antworten kann man heraushören, dass es beim Make-Up schon darum geht, sich "hübsch" zu machen.

Eine männlich gelesene Person erklärt uns, dass sie sich täglich schminkt, aber so, dass man es nicht sieht, und dass vor allem Männer sie eben nicht als geschminkt erkennen. Aber wieso ist Make-Up denn so beliebt? Wenn es ja oft auch genau so getragen wird, dass man es eben nicht sieht? Wieso schminken sich so viele Menschen täglich - weil es ihnen Freude macht oder wegen patriarchalem Druck? 

Als Accessoire zum Outfit, als Schmuck oder um sich selber auszudrücken, all das wird genannt. Aber auch um sich schöner zu fühlen und um sich "hübsch" zu machen. 

Ist das Feministisch?

Eine junge Frau erzählt uns, dass sie findet, dass Make-Up im Kern immer patriarchal sein wird. Make-Up unterstütze das Schönheitsideal, welches einem vom Patriarchat aufgezwungen worden sei. Darum kann es nicht feministisch sein, sich zu schminken. Man könne aber Make-Up auf eine feministische Weise tragen, es komme auf das Mindset darauf an. Ein junger Mann argumentiert aus einer anderen Perspektive. Für ihn ist es sehr feministisch sich zu schminken, da er mit seinem Make-Up Gendernormen brechen kann. 

Eine eindeutige Meinung konnten wir nicht finden, fast jede befragte Person hat eine eigene und ziemlich unterschiedliche Meinung zum Schminken. Doch dass schlussendlich jede und jeder machen sollen darf, was er oder sie will - da waren alle einverstanden. 

“Es döf eifach jede frei sii” 

Wahrscheinlich sind auch genau die vielen verschiedenen Meinungen die Antwort auf unsere Frage. Make-Up kann für jemanden Kreativität, Selbstausdruck oder Empowerment sein - Für eine andere Person ist es vielleicht etwas, wovon sie sich gerade befreien möchte. Und beides kann gleichzeitig feministisch sein. 

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