Stooszyt

Wie sexuelle Gewalt zur Kriegswaffe wird

Triggerwarnung: Sexuelle Gewalt

Wo Krieg ist, ist auch sexuelle Gewalt.

Wie zum Beispiel Amnesty International schreibt, werden Gewalten wie Vergewaltigungen, erzwungene Schwangerschaften, oder die Nötigung zu Sexarbeit extrem häufig als Kriegswaffen eingesetzt. 

Über das Thema der sexualisierten Gewalt haben wir zum einen mit dem Psychologen Dr. Hubert Annen der Militärakademie von der ETH Zürich gesprochen, und zum anderen mit Beat Gerber von Amnesty International.

Laut Hubert Annen stammt diese spezifische Form von Gewalt einerseits davon, dass während eines Krieges der individuelle Soldat sich in einer "rechtsfreien" Zone befindet - in dieser kommt es nur selten zu gerechten Konsequenzen. 

Andererseits sei die sexuelle Gewalt an Frauen - wie Beat Gerber von Amnesty International sagt - auch ein Weg, dem betroffenen Land zu sagen: "Wir haben Macht über eure Frauen."

Am Schluss geht es häufig um einen Beweis der eigenen Männlichkeit; eine Demütigung an das angegriffene Land - und insbesondere an die Opfer - auf intimster Ebene.

Und das heisst auch, dass die sexuelle Gewalt an Frauen nicht nur "einfach passiert", weil ein Soldat "nicht anders konnte", sondern auch direkt befohlen werden kann.

Auch momentan im Ukraine Krieg hat Amnesty International schon einige Fälle von sexualisierter Gewalt bestätigt. Ob diese von Putin selbst gefordert wurden, ist natürlich schwer zu sagen. Mehrere Soldaten, welche solche Taten begangen haben, wurden aber von Putin persönlich ausgezeichnet. Davon abgeraten wurde also eher nicht. Und dafür bestraft wurde auch niemand - eher das Gegenteil ist der Fall. 

Aber egal aus welchen Hintergründen, Motivationen, oder Anordnungen eine sexualisierte Gewalttat vorkommt - die Traumata, welche die Betroffenen danach verfolgen, sind alles andere als leicht zu überkommen. Deshalb gilt es auch, darüber zu sprechen, die Opfer zu unterstützen, und mehr Hilfestellen bereitzustellen. 

Wir haben noch mehr über die Instrumentalisierung sexueller Gewalt in Kriegssituationen gesprochen. Den ganzen Bericht kannst du dir hier anhören:

Die sexuelle Gewalt in Kriegssituationen wird in zahlreichen militärischen Handbüchern als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit festgehalten. Laut dem Statut des Internationalen Strafgerichtshofs stellen unter anderem Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, erzwungene Sexarbeit oder Zwangsschwangerschaften ein Kriegsverbrechen dar. 

Sowie in der UN, als auch in der Genfer Konvention ist die sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen anerkannt.

(via https://ihl-databases.icrc.org/customary-ihl/eng/docs/v1_rul_rule93#refFn_91B758A1_00015
Übersetzt und angepasst durch Radio 3FACH.)

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