Usklang

"Wir sind die Töchter der Hexen, die ihr früher nicht verbrennen konntet"

Rückblick Frauenstreik 2019

Der 14. Juni 2019 war ein historischer Tag. Hunderttausende Menschen gingen damals für mehr Gleichstellung und Chancengerechtigkeit auf die Strasse. Die Demonstrant*innen protestierten gegen Sexismus, sexuelle Belästigung, Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ignoranz bezüglich geschlechter-gerechter Sprache, sowie non-binärer Geschlechtsidentität. Der Frauenstreik begann schon in der Nacht. In der ganzen Schweiz läuteten Frauen am 14. Juni um 00:01 Uhr den Frauenstreik-Tag mit Pfannen-Konzerten ein. Am späten Nachmittag wurde in verschiedenen Städten demonstriert. Die grössten Demos gingen in Zürich, Basel und Bern über die Bühne.

In Luzern marschierte die Spitze des Umzugs via Seebrücke zurück zum Theaterplatz. Für die Demonstration wurden zwei von vier Fahrspuren gesperrt. Der Verkehr staut sich auf Altstadtseite Richtung Seebrücke bis zur Zürichstrasse.

Wieso hat sich nichts geändert?

Ein Jahr ist seit dem grossen Frauenstreik 2019 vergangen. Doch kaum etwas hat sich in Sachen Gleichstellung verbessert. Bei der Lohngleichheit hat sich nichts getan, ebenso bei Arbeitsbedingungen und bei der unbezahlten Arbeit. Wieso ist das so?

Jana Avanzini vom Luzerner Frauenstreik-Komitee ist sich sicher, dass das politische System der Schweiz schuld daran trägt. "Dieses System ist nicht für schnelle Veränderungen ausgelegt", meint sie. Die Corona-Pandemie hat nichts an der Dringlichkeit der Frauenstreik-Forderungen geändert, sondern allenfalls die Aufmerksamkeit gestärkt. Denn gerade die Arbeit, die vor allem Frauen* leisten, wurden endlich als "systemrelevant" erkannt - doch ausser Applaus vom Balkon hat sich nichts getan. Das Gefühl war bestimmt schön, doch im Videointerview mit Jana Avanzini betonte sie, dass dieser Applaus nicht wirklich etwas gebracht hat.


Es reicht noch nicht. Aus diesem Grund wurde auch heute wieder gestreikt. Jedoch fiel der Streik durch die Corona-Pandemie und als Rücksichtnahme auf die BLM-Demos nicht ganz so gross aus wie im 2019.

Was soll sich bis im 2021 verändern?

Jana Avanzini ist der Meinung, dass sich noch einiges ändern soll und muss. Sie hofft, dass der Frauenstreik 2021 wieder richtig gross wird und sich einige Forderungen erfüllt werden. Als Beispiel nennt sie den Vaterschaftsurlaub, die Elternzeit, die Ehe für Alle, eine Revision des Sexualstrafrechts und Renten- und Lohngleichheit. Jana Avanzini findet, dass man sich jeden Tag für die Gleichberechtigung und die Anliegen der Frauenstreike einsetzten sollte und nicht nur am 14. Juni während des Frauenstreik-Tages. Was du auch nach dem heutigen Tag noch machen kannst, um den Frauenstreik zu unterstützen und welche Bilanz Jana Avanzini aus dem vergangenen Jahr zieht, das erfährst du im Podcast.








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