Reto Stadelmann und Arthur Londeix veranstalten seit acht Jahren Konzerte in Luzern. Die beiden sind von der lokalen Emo/Hardcore Szene kaum wegzudenken und scheinen oft unzertrennbar. Deswegen bescherten sie AUX auch eine Première: Zur 10. Ausgabe begrüssten wir zum ersten Mal zwei Gäste am Mikrofon.
Die beiden Musikliebhaber lernten sich vor 10 Jahren im Kulturwerk 118 in Sursee kennen. Reto meinte im AUX, ihr Kennenlernen sei wie eine Liebesgeschichte im Bilderbuch: Er arbeitete an der Bar, Arthur trug ein Band-Tschäppi, kam an die Bar, Reto komplimentierte Arthurs Tschäppi, Arthur komplimentierte wiederum Retos Bandshirt und so entstand eine Freundschaft fürs Leben.
Im Treibhaus veranstalteten sie als Hundredandone unzählige Emo, Indie und Hardcore Konzerte. "Das ist purer Egoismus", meinte Reto, als er erzählte, wieso sie so viele Konzerte veranstalteten. Denn wieso soll man nach Zürich gehen für das Konzert der Lieblingsband, wenn man das Konzert einfach selbst in der eigenen Stadt veranstalten kann? Das war der Grundgedanke bei Hundredandone. Mittlerweile erfüllen Retu und Arthur aber nicht mehr die eigenen Konzertträume, sondern leistet einen sehr wichtigen Beitrag für die lokale Szene.
Hier ein Beweis für das nichts vergessende Hirn des Internets: Arthur und Reto vor 6 Jahren als kleine Babys:
8/10 Emo, 10/10 would recommend
Reto und Arthur sind Emo durch und durch - sie geben sich auf der Emo-Skala eine 8 von 10. Die Subkultur Emo hat dabei aber kaum mehr was von den tief ins Gesicht fallenden, schwarz gefärbten Haaren, Lippenpiercings, Skinny Jeans und gestreiften Pulswärmern mehr zu tun. Beim zeitgenössischen Emo geht es viel eher um Selbstreflexion, sich eigene Schwächen eingestehen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Bei vielen Bands, die Musik im Spektrum zwischen Emo, Hardcore und Indie machen, geht es um Verletzlichkeit, Schwächen, Zusammenhalt, nicht selten thematisieren die Bands aber auch Themen wie Mental Health, Selbstverletzung oder gar Suizid. Emo wird immer wieder vorgeworfen, dass diese Texte Leute anstiften können, die besungenen Dinge nachzuahmen Arthur und Reto sehen das nicht so, wie sie im AUX meinten. Viel eher fühlt es sich gut an, wenn man weiss, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist. Gibt es jemanden, der oder die diese Probleme in einem Song aussprechen kann, kann man Kraft daraus schöpfen, weil man weiss, andere Leute kämpfen gegen die gleichen Dämonen.
Was ihnen Emo sonst noch gibt, welches Genre Arthurs Guilty Pleasure ist und mit welcher Band sie mit dem 1er Bus in eine dubiose Wohnung Gras kaufen gingen, hörst du hier im Podcast:
Playlist
Real Estate - Darling
No Vacation – Yam Yam
Basement – Promise Everything
Nai Harvest - Whatever
New Native - Twisting
Sharks – It All Relates
Tocotronic – Let There Be Rock
Ok Kid – Kaffee Warm
Drug Church – Zero Zero
Balance and Composure - Reflection
Wild Pink Yolk in the Fur
Arlo Parks - Caroline
The Weekerthans - Aside
Spanish Love Songs – Buffalo Buffalo
Hovvdy - Cathedral
GAD – Albus, Cella
Slaughter Beach, Dog – Alcolyte
Turnover - Dizzy On The Comedown
Courtney Barnett - Canned Tomatoes (Whole)
Wir konnten leider nicht alle Songs spielen, die Reto und Arthur mögen. Drum hier eine Extraempfehlung für dich:
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Lieblingsalben Reto
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Lieblingsalben Arthur
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| The Story So Far: Under Soil & Dirt | Lirr: Gis Is On Our Side - Welcome To The Jungle |
| Turnover: Peripheral Vision | Slaughter Beach, Dog: Birdie |
| Wild Pink: Yolk In The Fur | Turnover: Peripheral Vision |
| Brandaktuelle Empfehlung Reto | Brandaktuelle Empfehlung Arthur |
| Claud: Soft Spot | Leoniden: Disappointing Life |
| Glitterer: Are You Sure? | Middle Kids: Stacking Chairs |
| Wild Pink: The Shining But Tropical | Anna Erhard: This Is It |