Intravinyl

Finta in Synthesizer

Gabriel und Luna können es noch nicht ganz loslassen: Es gibt einfach zu viele inspirierende Pionier*innen, die zu ihrer Zeit nicht die Aufmerksamkeit bekommen haben, die sie verdient hätten. In einer Zeit, in der die Welt der elektronischen Musik hauptsächlich von Männern dominiert wird, gibt es noch so viel mehr Kunst von Frauen, ohne deren Arbeit viele Genres heutzutage so nicht funktionieren würden, wie sie es jetzt tun. In der heutigen Intravinyl-Sendung werfen wir einen Blick auf drei talentierte Pionierinnen und ihre Leistungen. 

Hier kannst du dir die ganze Folge gerne nachhören.

Laurie Anderson

Laurie Anderson ist eine US-amerikanische Avantgarde-Künstlerin, Musikkomponistin und Performancekünstlerin. Sie verbindet Performance, Musik, Film, Theater und bildende Kunst zu etwas Einzigartigem. Ihren großen Durchbruch hatte sie 1980 mit dem experimentellen Track O Superman.  

Laurie Anderson ist auch als Erzählerin des Films „Sisters with Transistors” bekannt. Der Film erzählt die Geschichte von Pionier*innen, die in der Geschichte der elektronischen Musik in Vergessenheit geraten sind. Es ist kein klassischer Popcorn-Film, sondern eine faszinierende künstlerische Dokumentation. 


Die werke von Laurie Anderson haben die Entwicklung von Performance Art und Elektronischer Musik stark geprägt. Anderson zeigt dass seine Performance gleichzeitig Konzert, Erzählung, Theater und Technologie Kunst sein kann und überschreitet und experimentiert mit jeglichen grenzen.

Laurie Spiegel

Schon lange bevor es alltäglich wurde, begann Laurie Spiegel in den 1970er Jahren, Musik mit Computern zu machen. In New York galt sie 1970 als High-Technology-Computerkomponistin. Die in Chicago geborene Pionierin kennt sich allerdings nicht nur mit Computern aus. Sie spielt auch Bonjo, Gitarre und Mandoline. Nach ihrem Abschluss in Sozialwissenschaften kehrte sie zur Musik zurück und arbeitete bei Bell Labs. Laurie entwickelte 1986 die Software Magic Mouse, ein intelligentes Computer-Instrument. Durch Bewegungen mit der Maus oder dem Trackpad entstehen Klänge. Laurie ist der Meinung, dass der Computer nicht für den Menschen komponieren soll, sondern dem Menschen die Möglichkeit geben soll, zu komponieren. Laurie Spiegels Komposition „Keplers Harmony of the World” wurde in den 70ern von Carl Sagan für den ersten Track des „Voyager Golden Records” ausgewählt. Diese goldene Schallplatte befand sich 1977 an Bord der Raumsonde.

 

Eliane Radique

„Meine Arbeit ist wie eine Pflanze: Du siehst sie nicht direkt wachsen, und trotzdem wächst sie bis hoch in den Himmel.“ Ihre Musik spricht eine ganz andere Sprache: Sie ist ruhig und auf ihre eigene Art experimentell und wild. Die französische Musikerin beginnt früh mit der Komposition von Musik. Der entsprechende Wendepunkt entsteht, als sie 1957–1958 für die beiden Großmeister der Musique concrète, Pierre Henry und Pierre Schaeffer, zu arbeiten beginnt. Eliane ist fasziniert davon, wie Alltagsklänge und Geräusche durch Elektronik verschmelzen können.  Nachdem sie sich von Henry und Schaeffer gelöst hat, beginnt sie, selbst zu komponieren, und arbeitet später mit dem ARP-2500-Synthesizer. Eliane Radigue veröffentlichte bis zu ihrem Tod im Alter von 94 Jahren alle drei Jahre ein großes Meisterwerk. 


Playlist

Laurie Anderson- From the Air

Laurie Anderson - Let X-X

Laurie Anderson - O Superman

Laurie Anderson - Sweaters

Laurie Anderson - Big Science

Laurie Anderson - Born never asked

Laurie Anderson - Example 22

Laurie Anderson - Sharkey's Day

Laurie Anderson - Gravity's Angel

Laurie Spiegel - Drums

Laurie Spiegel - Apaalachian Grove 1

Laurie Spiegel - East River Dawn

Laurie Spiegel - Appalachian Grove 2

Laurie Spiegel - Dirge 1

Laurie Spiegel - Dirge 2

Eliane Radique - Arthesis

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