Es ist eine träumerische Verschmelzung von Rockmusik und psychedelischen, experimentellen Klängen. Heute tauchen wir in den Krautrock ein.
Hör dir hier die ganze Sendung an;)
Unsere Intravinyl-Zeitreise führt uns heute in die späten 60er nach West-Berlin. Ganz in unserer Nähe entsteht nach dem Krieg nämlich ein ganz neues Genre. Was einst eine Beleidigung aus den USA und England gegen alles Deutsche war, entwickelte sich zu einer musikalischen Innovation. In einer Zeit, in der alles möglich ist, machen junge Musiker*innen mit Synthesizern und Gitarren die halbe Musikwelt wütend. Wir schreiben das Jahr 1967, die Nachkriegsphase ist bis jetzt nicht vorbei, Soldaten der Besatzungsmächte sind immer noch anwesend und nationalsozialistische Haltungen sind in der Bevölkerung noch immer spürbar. Chaos, Improvisation und Studentenproteste sind der Beginn eines neuen Projekts. Menschen jeglicher Couleur kommen zusammen: Menschen mit musikalischem Hintergrund, Menschen, die einfach nur ein Instrument spielen, und Menschen, die nicht einmal Noten lesen können. Gemeinsam entwickeln sie einen eigenen Sound: experimentell, elektronisch und anders als der klassische Rock aus England und den USA. Mit der Entstehung des Krautrock wurden später Genres, wie Techno, Ambient, Post-Punk und Indie-Rock geprägt.
Tangerine Dream
Tangerine Dream, heute eine der bekanntesten Krautrock-Bands, wurde von Edgar Froese in Berlin gegründet. Er war bis zu seinem Tod das einzige konstante Mitglied der Band. Edgar Froese spürte früh, dass sein Studium ihn nicht wirklich glücklich machte. Deshalb gründete er 1967 mit Kollegen die Band Tangerine Dream, benannt nach der Liedzeile „Tangerine Trees and Marmalade Skies” aus dem Beatles-Song „Lucy in the Sky with Diamonds”.
Die vierte LP von Tangerine Dream wurde bekannt. Allerdings nicht in Berlin oder Deutschland, wie man erwarten würde, sondern auf den Britischen Inseln. Ein DJ machte die Platte in seiner BBC‑Sendung … zur Platte des Monats. Dadurch erhielt Tangerine Dream viel Aufmerksamkeit im Ausland und unterschrieb einen Vertrag bei Virgin Wills. Unter diesem Label veröffentlicht die Band ihr erstes Album Pheadra.
Das Album „Pheadra” wird sehr bekannt. Es basiert fast vollständig auf Synthesizern, kosmischen Klangflächen und Mellotron-Klängen. Wenn dir das jetzt fremd klingt, hör dir gerne die ganze Sendung an und lass dich in eine kosmisch-psychadelische Welt hineinziehen.