Sprechstunde

"Ernsthafte Kunst ist Selbstkonfrontation"

07.12.2018

Jürg Halter geht auf Konfrontation. Mit sich selber, aber auch mit seinen Mitmenschen. Nicht etwa unfreundlich - Respekt sei die Grundvoraussetzung für ein Gespräch, sagt der Autor. Darum diskutiere er auch nicht mit Menschen, die ihn auf Social Media einen "Hurensohn" nennen.

Jürg Halter vermisst eine "gesunde Streitkultur" in der Schweiz. Gerne möchte er austauschen, diskutieren, eben auch konfrontieren. Als Künstler sucht er die Konfrontation mit sich selbst. Nur so könne man sich erweitern, ist er überzeugt.

Erweitert hat sich Jürg Halter dieses Jahr mit seinem Debütroman "Erwachen im 21. Jahrhundert". In jenem erwacht der Protagonist Kaspar zunächst wortwörtlich. Um 1.30 Uhr morgens schreckt er auf. Es ist die Nacht, bevor Kaspars Leben eine neue Richtung einschlagen wird. Am nächsten Morgen soll es losgehen, zu den "Anderen", an ein geheimes Treffen an der französischen Atlantikküste.

Doch Kaspar findet keinen Schlaf mehr. Stattdessen versinkt Kaspar - übrigens Schriftsteller - in Gedanken zu allen möglichen Problemen der Welt. Ein Schelm, wer glaubt, in der Hauptfigur in Halters Debütroman Züge des Autors wiederzuerkennen. Jürg Halter ist ein Denker. Den 38-Jährigen schreibt Gedichte, Theaterstücke, und nun auch Romane. Zudem war er bis 2015 als "Kutti MC" bekannt. In seiner Kunst beschäftigt er sich seit je mit den Themen unserer Zeit: Digitalisierung, Überwachung, Unabhängigkeit... Themen, die in "Erwachen im 21. Jahrhundert" behandelt werden, doch mit welchen Halter längst nicht abgeschlossen hat.

Im Interview erzählt der Schriftsteller, wie kritisch er mit sich und seiner Kunst umgeht, und warum sein Verhältnis zu Social Media ein zwiespältiges ist.

Jürg Halter liest am 11.12. in der Stadtbibliothek aus "Erwachen im 21. Jahrhundert". Am Piano begleitet ihn Roberto Domeniconi. Türöffnung 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr.

Bilder: © Rob Lewis.

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