Stooszyt

Positiv, aber: Klimaplan unter Kritik

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die nur gemeinsam gemeistert werden kann. An der Klima-Sondersession vom 24. Juni 2019 hat der Luzerner Kantonsrat der Regierung den Auftrag erteilt, einen Planungsbericht über die kantonale Klima- und Energiepolitik zu erstellen. Der Entwurf dieses Berichts geht nun in eine breite Vernehmlassung.
- Regierungsrat Kanton Luzern

Heute ist dieser Bericht erschienen. Gut 170 Seiten beinhaltet der Bericht. Im Bericht stehen Entwürfe für die zukünftige Luzerner Klimapolitik. Massnahmen, Risiken und Chancen werden aufgezeigt. Es wird auf das Klimaziel "Netto Null 2050" Bezug genommen und die Auswirkungen der Klimaveränderung werden auf den Kanton Luzern angewendet. Klingt nach einem grossen Werk, ist es auch, aber gefallen findet es noch wenig. Gestern veröffentlichte der Kanton ein dazugehöriges Video auf Ihrem Youtube Kanal:


Viel Kritik aus dem ganzen politischen Spektrum

Kritik für den Planungsbericht gibt es von allen Seiten. Der Klimastreik Zentralschweiz schreibt in Ihrer Medienmitteilung etwa:

Die Bewegung kritisiert den Bericht als inhaltsleer sowie mutlos und fordert konkrete Massnahmen statt wage Vorsätze. 

Die SVP eröffnet Ihre Mitteilung mit:

Die Vernehmlassungsbotschaft des Regierungsrates zum Klimabericht löst bei der SVP Kanton Luzern in der Erstbeurteilung keine Begeisterung aus.

Die Grünen erkennen den Effort an, aber... eben aber:

Die Kantonsregierung legt einen umfassenden Bericht vor, die GRÜNEN erachten die von der Regierung vorgelegten Pläne jedoch als unzureichend. 

Erste Rückmeldungen zu der eineinhalb Jahre langen Arbeit der Beteiligten sind also mehrheitlich kritisch.  Woran liegt das? Wir haben mit Milena Hess vom Klimastreik Zentralschweiz und mit Angela Lüthold von der SVP telefoniert. 

Beide kritisieren das der Plan zu wenig konkret ist. Für die SVP ist vor allem die Finanzierung zu wenig tief thematisiert. 

In der Vernehmlassungsphase werden die SVP und der Klimastreik den Bericht unter die Lupe nehmen. Beide wollen dann mit konkreten Vorschlägen für Massnahmen auftreten. Die Vernehmlassung dauert bis am 07. Mai 2021.


Mit Kühen und Waldbränden das Klima retten

Beim Überfliegen des Berichts ist uns etwas mehr oder weniger lustiges aufgefallen.

Bei der Risiko und Chancenanalyse wird den Waldbränden etwas gutes zugerechnet. Waldbrände fördern neue sogenannte Sukzessionsflächen. Weiter oben werden Waldbränden jedoch mehr negative Folgen zugerechnet: Zerstörung der Biodiversität und Waldfläche, Reduktion der Schutzwirkung etc. (Seite 40 & 48)

Weiter wird als Klimaschutzmassnahme in der Landwirtschaft folgendes aufgeführt: KS-L1.2 Programm zur Erhöhung der Anzahl Laktationen einer Kuh. Mit der richtigen wirtschaftlichen Nutzung von Kühen kann also dem Klima geholfen werden, für weniger als 100'000 Franken einmaliger Investition. (Seite 143)

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