Das Indie Web – auch Small Web oder Yester-Web genannt – ist eine Bewegung von Menschen, die wieder eigene Websites bauen, statt auf Plattformen wie Instagram oder TikTok unterwegs zu sein. Sie schreiben Blogs, teilen Fotos, führen Gästebücher oder verlinken ihre Freunde – und schaffen damit ein Netz, das an die Anfänge des Internets erinnert: persönlich, kreativ und frei von Algorithmen.
Ich bin Ende Dezember zufällig darauf gestossen, als ich begann, meine eigene Website zu programmieren. Dabei entdeckte ich Seiten, die handgemacht und unverwechselbar wirkten. Hosts wie Neocities bieten eine Platform und eine bereits bestehende Gemeinschaft – und unglaublich viele persönliche Seiten zum Erforschen.
Viele im Indie Web haben genug von Werbung, Bots und KI-generierten Inhalten. Stattdessen wollen sie Orte schaffen, die ihnen wirklich gehören – unabhängig von grossen Konzernen.
Jede Website ist ein Spiegel ihrer Ersteller*innen. Von kreativen Artist-Seiten wie bei pinkmoondoll9shihtzu bis zu Ressourcen-gefüllten Ratschlägen bei sadgirl.online findet man alles – wild verspielt bis schlicht und hilfreich.
Es ist, als würde man wieder durch das Internet der frühen 2000er surfen, nur mit frischem Geist und neuen Ideen.
Der Einstieg ist einfacher, als man denkt – ein bisschen HTML und CSS, etwas Zeit und Lust, zu experimentieren. Wer sich darauf einlässt, findet nicht nur eine technische Herausforderung, sondern eine Gemeinschaft von Menschen, die das Netz wieder zu dem machen wollen, was es einmal war: Ein Ort von Begegnung, gestaltet von uns selbst.