Queere Liebe im Fokus
Was ist Liebe? Eine einfache Frage, und doch voller Widersprüche. Ist sie romantisch, sexuell, freundschaftlich oder familiär? Muss sie bestimmten Bildern entsprechen? Das Stadtkino Luzern widmet sich diesen Fragen im Rahmen des Filmfokus «What is Love». Den ganzen Monat über zeigt das Kino Filme, die Liebe nicht definieren, sondern in ihrer Vielfalt sichtbar machen. Ein besonderer Höhepunkt ist der Valentinsabend am 14. Februar mit einem Kurzfilmprogramm zu queerer Liebe.
Ein Kontrapunkt zum Valentinstag
Während der Valentinstag oft von romantischen Komödien mit vorhersehbarem Happy End geprägt ist, setzt dieser Abend bewusst einen anderen Akzent. Kuratiert wurde das Programm unter anderem von Gina Dellagiacoma. Sie stellt fünf Kurzfilme zusammen, die queeres Begehren und queere Liebesformen in den Mittelpunkt rücken, jenseits heteronormativer Klischees.
Die Filme erzählen von sehnsüchtigen Blicken, spontanen Begegnungen und lustvoller Sinnlichkeit. Sie zeigen aber auch unerfüllte Sehnsüchte, gesellschaftliche Widerstände und Momente der Befreiung. Liebe erscheint hier nicht als standardisierte Erfolgsgeschichte, sondern als vielschichtige Erfahrung zwischen Nähe, Risiko und Selbstbehauptung.
Vergangenheit trifft Gegenwart
Ein besonderer Bestandteil des Programms ist der Film «Aber normal ist es ja gerade nicht» aus dem Jahr 1978. Er wird nicht am Stück gezeigt, sondern in Ausschnitten zwischen den anderen Kurzfilmen platziert. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen historischen und aktuellen Perspektiven auf queere Liebe.
Gerade dieses Nebeneinander macht Entwicklungen und Unterschiede sichtbar. Themen wiederholen sich, Räume ähneln sich, und doch verändern sich Blickwinkel und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Durch das bewusste Aneinanderreihen entsteht ein neues Ganzes, ein filmischer Austausch, der über die einzelnen Werke hinausgeht.

Austausch als Teil des Abends
Nach den Filmvorführungen ist das Publikum eingeladen, gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Filmemacherin Naomi Vollenweider wird vor Ort sein und Einblicke in ihre Arbeit geben. Sie gehört zur jüngeren Generation von Filmschaffenden und ist an der Hochschule Luzern Design Film Kunst ausgebildet worden. Weitere Beteiligte mussten aus unterschiedlichen Gründen absagen. Für Gina Dellagiacoma ist dieser Austausch zentral. Filme seien keine isolierten Werke, die passiv konsumiert werden, sondern Angebote zur Auseinandersetzung. Wenn mehrere Filme in einem gemeinsamen thematischen Rahmen gezeigt und diskutiert werden, entstehen neue Bedeutungen. Das Gespräch eröffnet Perspektiven, die beim individuellen Schauen vielleicht verborgen bleiben.