Sprechstunde

Filme machen sich nicht (von) allein

Für ihr Projekt How‘s Future? haben sich Yannick und Cedric Studer ein komplexes Thema vorgenommen. Der Film setzt nach einer Attacke rechter Gewalt auf einen jungen Mann an. Von dort aus wird erforscht, wie das Leben weitergehen kann. Feinfühlig sollen Beziehungen und deren Bedeutung in Krisensituationen unter die Lupe genommen werden. 

Wenn die Brüder Yannick und Cedric über ihr gemeinsames Filmemachen erzählen, haben ihre Stimmen schnell einen schwärmerischen Ton. Als ihr Vater ihnen als Kind einen alten Camcorder schenkte, ging es los. Was mit einem Dinosaurierfilm begann, entwickelte sich zu einer eigenen Filmproduktionsfirma und am Aktuellsten: How's Future?

Ein Meilenstein für die Brüder war, als sie einen ihrer Filme im KKL screenen durften. So erlebten sie, wie viele Menschen zusammenkamen, um Film zu erleben. Um gemeinsames Erleben und Schaffen geht es den beiden auch beim Machen von Filmen.

Cedric Studer war überrascht, wie viele Personen auf seinen Castingaufruf für das aktuelle Projekt reagierten. Es war schwierig, unter den vielen Bewerbenden die richtige Besetzung auszuwählen. Doch nun ist ein Team entstanden, das sich den Challenges der anspruchsvollen Rollen in How's Future? stellen will und schon erste gemeinsame Momente erlebt hat, die Freude machten. Cedric und Yannick arbeiten ehrenamtlich für ihr Projekt, denn es sei eine Herzensangelegenheit. Dafür ist es den beiden wichtig, die Crew zu bezahlen. 

Über Kultur reden, darüber, wie sie verbindet, ist schön. Über Geld zu reden, wie es Kultur möglich macht, und doch nicht immer einfach zugänglich ist, ist eher ein Tabu. Dabei steckt hinter fast jedem kulturellen Projekt ein Fundraising. Es gehört dazu, viel Zeitaufwand in Dossiers und Admin zu investieren. Eine Arbeit, die im Kontrast steht zum kreativen Schaffen. Für Cedric und Yannick war es schwierig, an Fördergelder zu gelangen. Auch wenn sie es schätzen, dass es die Möglichkeit von staatlicher und privater Kulturförderung gibt, liess sie dieser Weg eher frustriert zurück. "Wir haben uns nicht gesehen gefühlt."

Also greifen die Brüder einmal mehr zur Qualität, die sie am Filmemachen und Filmschauen so sehr fasziniert: sie gehen auf Menschen zu. Mit einem Crowdfunding soll ihr Projekt How's Future? nun Realität werden. Das funktioniere besser, da sie mit Menschen auf einer persönlichen Ebene über das Projekt in einen Austausch geraten können. 

Bald können die jungen Filmemachenden hoffentlich mit dem Film How's Future? einen Austausch anregen. Einen feinfühligen Austausch, der sich um Beziehungen, Unsicherheiten und Menschlichkeit dreht.

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