An der Fasnacht hört man Guggemusig, in den Alpen steht Schlager auf dem Programm. Ob man es glaubt oder nicht, viele gehen nur auf die Piste um sich ab 15.00 Uhr die Lampe in einer Après Ski Bar zu füllen. Aber woher kommt diese Schneeparty?
Der Ursprung liegt in Norwegen
Mitte 19 Jahrhundert haben sich die Skifahrer:innen nach dem Skifahren zu sich nach Hause eingeladen um eine Kartoffelsuppe zu essen und Aquavit zu trinken. Als dann in Glarus der erste Skiclub 1893 gegründet wurde, brachte ein norwegischer Skifahrer Vodka mit auf die Piste. Er brachte die Schweizer auf den Geschmack, nach dem Skifahren gesellig Alkohol zu trinken.
Die Partykultur entwickelte sich schleichend
Die laute Party mit der Schlagermusik war nicht seit Anfang an gegeben. Die ersten Après Ski treffen begannen in den 1920er und 1930er Jahren in den französischen und schweizerischen Alpen. Genauer gesagt in Chamonix während den ersten olympischen Winterspielen. Den Begriff "Après Ski" wurde dann schnell von Bars oder Ski Hotels übernommen und bedeutete ein Zusammenkommen in Gesellschaft oder ein Tanzen mit schicker Umgebung. Erst mit der Zeit entwickelte sich die bodenständige Saufkultur.
Europa dominiert eindeutig.
Auch in den USA und in Kanada gibt es Après-Ski-Lokale. Auf TikTok sieht man immer wieder Videos von Partys in Nordamerika, doch sie sind kaum so spektakulär wie hier in Europa. Deutschland, die Schweiz, Österreich und Skandinavien führen die Partykultur ganz klar an. Während die Videos aus den USA meist ein einfaches Zusammensein und Musikhören zeigen, kommentieren Europäer oft: „Nice here – but this ain't European après-ski!“
Warum wird denn jetzt genau Schlagermusik gespielt?
Die Musik beim Après-Ski hat sich historisch ähnlich wie bei anderen Festen entwickelt – sie soll nach einem sportlichen Skitag locker, gesellig und tanzbar sein. Früher wurde eher Volksmusik oder Blasmusik gespielt, mit den 1970er-Jahren kamen moderne Schlagermusik und Disco-Elemente dazu, die lauter, elektronischer und partyfreundlicher sind. Die Songs sind bewusst einfach gehalten, damit man mitsingen und tanzen kann, oft mit fröhlichen oder ironischen Texten. Schnell wurde klar, dass man daraus ein Geschäft machen kann: Après-Ski wird als komplettes Erlebnis angeboten, nicht nur als Getränk nach dem Skifahren, und zieht damit viele Touristen an. Inzwischen ist daraus ein grosses Event geworden, das sogar internationale Stars anlockt.