Glace gehört zum Sommer wie der Topf zum Deckel. Die schweizer Firma Gelavena kommt dem Glace-Ansturm dieses Jahr entgegen, sie eröffnen nämlich ihren ersten festen Standord. Und das mitten in Luzern. Gelavena geht es aber um mehr, als nur guten Geschmack. Claudia Schildknecht, die Initiantin von Gelavena, hat im Interview erzählt was hinter dem Schritt der Neueröffnung steckt.
Vor einigen Jahren störte sich Claudia Schildknecht daran, dass es in der Schweiz keine Glace aus Hafer gibt. Die meissten pflanzlichen Eiscreme-Alternativen bestanden aus Kokos- oder Cashwe Nüssen, wobei Hafer eigentlich viel Zugänglicher in der Schweiz sei. Für Claudia gehört er fast schon zur schweizer Kultur. Sie selber ist mit dem Haferbrei Aufgewachsen und versteht die Wichitgkeit des Urgetreides für die schweizer Landwirtschaft.
Schnell war klar, die Marktlücke der Hafer-Glace muss geschlossen werden. So entstand Gelavena, fast schon aus Frust. Für ihre Produkte verwenden sie lokale Zutaten, die meist von kleinen Produzet:innen hergestellt werden. Wichtig dabei ist, dass in der Produktion die Sorge zur Natur immer berücksichtigt wird.
Vom kleinen Anfang
Bisher war Gelavena mit dem Velo unterwegs. Sie verkaufen ihre Glaces mobil mit Velos, die mit einer Kühlbox ausgestattet sind und somit eine kleine Gelateria bilden. Gelavena-Glace gibt es aber auch in verschiedenen Restaurants, Läden, Kaffees usw. zu kaufen. Auf ihrer Website gibt es eine Karte, mit allen Orten, an denen Gelavena-Eis verkauft wird.
Die Becher fallen direkt auf. Leuchtige Farben und unregelmässige Muster machen sie einzigartig und sorgen für ein starkes Image. Das wird nun auch bei der neuen Gelateria von Bedeutung sein.
Glace wird politisch
Die Herstellung von Eis-Kreationen hat für Gelavena auch politische Dimensionen. Für die Firma soll nicht der Profit im Vordergrund stehen, sondern der Schutz der Erde mit allem, was darauf lebendig ist. Hafer verursacht in der Produktion im Vergleich zur Kuhmilch signifikant weniger Emissionen. Doch auch andere pflanzliche Milch-Ersatzprodukte wie Mandelmilch können dem Hafer in Sachen Nachhaltigkeit nicht das Wasser reichen.
Gelavena ist es wichtig nicht nur einzunehmen, sondern auch zurückzugeben. Bei zwei ihrer bereits bestehenden Glace-Sorten geht jeweils ein Teil der Einnahmen and gemeinnützige Organisationen. So soll es nun auch bei der neuen Gelateria sein. Ausschlaggebend ist dabei der Name des Ladens.
Eine Welt zum Eintauchen
Die neue Gelateria, die im Juni am am Kauffmannweg 29 eröffnet, trägt den Namen Gelateria Orbicella. Orbicella ist ein bestimmter Genus von Koralle. Da die Korallenriffe stark unter der Klimakrise leiden, spannt Gelavena bei ihrem Laden mit einem NGO zusammen, das die Korallenriffe in Curaçao pflegt und aufstockt. Passend zum Thema soll es in der Gelateria modellierte Orbicellas aus Ton haben, die das Herzstück der Deko bilden. Ein Pflanzenkozept, dass extra für den Standort entworfen wurde, trägt weiter zum individuellen Vibe des Raumes bei. Das Ziel ist es, dass nicht einfach Glace verkauft wird, sondern auch eine eigene Sphäre entsteht.
Schon jetzt vor der Eröffnung leuchtet das Fenster des künftigen Gelavena-Ladens i grün-rotem Muster auf das Helvetia-Gärtli. Es ist ein echter Blickfang.
Der Landen soll im Juni mit einer Eröffnungswoche gefeiert werden. Ein klares Datum dafür ist noch nicht festgelegt.
Bis mitte Juni läuft für Gelavena noch ein Crowdfunding auf Oomnium.
https://oomnium.com/de/investieren/gelavena-public/pitch